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Anemóne nemorósa (Busch-Windröschen)
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Suche nach der Wildkatze im Odenwald PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 5. Januar 2012

Auf der Suche nach der Wildkatze -
Leben die scheuen Raubtiere auch im Odenwald?

 Dieser Frage geht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland auf den Grund. In diesem Winter werden die ersten Lockstöcke im Odenwald gesetzt. Mit Hilfe der rauen, nach Baldrian duftenden Holzlatten können die heimlichen Tiere auf ihren Streifzügen nachgewiesen werden.

Wir suchen Helfer für die Lockstock-Beprobung!

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu einer Informationsveranstaltung zur Wildkatze, dem BUND Rettungsnetz-Projekt und der Lockstockmethode.


Wo? Naturschutzzentrum Odenwald, Bad König-Kimbach
Wann? Dienstag, 17.01.2012, 19 Uhr
Wer? Privatpersonen, Förster, Schulklassen, Jäger...

Weitere Infos und Anmeldung bei Sarah Friedrichsdorf , BUND Hessen unter:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können oder
069/677376 16
Fotos im Flyer: Thomas Stephan und  Martin Reuter (HAWK, AG Rohe)

 
Noch freie Plätze bei Obstbaumschnittkurs PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 27. Dezember 2011

 Die Abteilung Landschaftspflege beim Kreisausschuss des Odenwaldkreises in Reichelsheim bietet in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Odenwald für Obstbau, Garten und Landschaftspflege 2012 wieder einen neuen Grundlehrgang im Rahmen der Fachwartausbildung Obstbau an. Der Lehrgang beginnt am 10. Februar und umfasst 10 Termine mit insgesamt 70 Stunden. Zusätzlich ist eine Tagesexkursion in ein Obstbauinstitut geplant. Das vorläufige Programm kann hier heruntergeladen werden:

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Praxisnähe und die Vermittlung fundierten Fachwissens stehen bei der Fachwartausbildung Obstbau im Vordergrund. So legen z.B. alle Teilnehmer beim Pflanzen, Schneiden, Veredeln usw. selbst Hand an. Dazu wird in betreuten Kleingruppen mit max. 5 Personen gearbeitet und der Lernerfolg mit kleinen Praxisprüfungen überwacht. Wer möchte kann zusätzlich weitere Praxisstunden für Schnittmaßnahmen buchen, um mehr Sicherheit zu erlangen. Der Schwerpunkt der Lehrgangstermine liegt im Winter/Frühjahr, doch auch im Sommer werden der Jahreszeit entsprechende Arbeiten durchgeführt. Die Ausbildung findet in der Regel Donnertags und Freitags zwischen 9.00 und 17.00 Uhr statt.

Den Abschluss des Grundlehrgangs bildet eine freiwillige schriftliche Prüfung, die wie die Praxistests vor allem den Teilnehmern einen Rückschluss auf die von Ihnen erreichten Fähigkeiten erlauben soll. Der Teilnehmerbeitrag für den Grundlehrgang beträgt voraussichtlich 200,- €. Für weitere Informationen steht Herr Vogler bei der Abteilung Landschaftspflege gerne zur Verfügung; Telefon: 06164/50556.  

  Das Anmeldeformular kann hier heruntergeladen werden:

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20 Jahre NSG Finkenbachtal bei Finkenbach PDF Drucken E-Mail
Freitag, 9. Dezember 2011

 Das bei Rothenberg im Odenwaldkreis liegende Naturschutzgebiet „Finkenbachtal bei Finkenbach“ feiert in diesen Tagen ein Jubiläum. Am 8. Dezember 1991 wurde das Gebiet von der damaligen Bezirksdirektion für Forsten und Naturschutz (heute die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt) unter Schutz gestellt, berichtet die Pressestelle des RP.

Das zwischen den Ortslagen Finkenbach und Ober-Hainbrunn liegende, knapp 29 Hektar große Naturschutzgebiet besitzt aufgrund seiner wertvollen Auenvegetation sowie der an diese Lebensräume gebundenen Fauna und Flora, eine überregionale naturschutzfachliche Bedeutung.

Herausragend ist vor allem die Gewässerstruktur, die einen hervorragenden Lebensraum für das Bachneunauge und die Groppe bietet. Das Gebiet beherbergt große Vorkommen dieser beiden Arten. Dieses Gebiet wurde daher vom Land Hessen mit weiteren angrenzenden Auenabschnitten bis zur Ortslage Olfen für das europäische Schutzgebietsnetz NATURA 2000 gemeldet. Damit geht eine besondere Verpflichtung einher, das Gebiet dauerhaft in einem guten Erhaltungszustand zu bewahren.

Das mit der Betreuung des Naturschutzgebietes beauftragte, beim Kreisausschuss des Odenwaldkreises angesiedelte Amt für den Ländlichen Raum und das Regierungspräsidium Darmstadt sorgen in enger Abstimmung dafür, dass die notwendigen Schutz- und Pflegemaßnahmen ergriffen werden. Dies gilt insbesondere für einen 11 Hektar großen Feuchtwiesenabschnitt, in dem eine an die Anforderungen des Naturschutzes angepasste Mahd sicherzustellen ist. Mit großem Engagement wird die Entwicklung des Gebietes schon seit 1996 durch den ehrenamtlichen Gebietsbetreuer, Herrn Werner Friedrich, vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterstützt.

Kulturhistorisch von Interesse ist die ehemalige Wässerwiesenwirtschaft in diesem Gebiet: In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde wegen der nährstoffarmen Bodenverhältnisse, die nur einen geringen Ertrag ermöglichten, mit der Wässerwiesenwirtschaft begonnen. Mit Hilfe eines ausgeklügelten Graben- und Wehrsystem bewässerte man im zeitigen Frühjahr einzelne Wiesenstücke nacheinander hangparallel mit Bachwasser und konnte so die Erträge steigern, da das Pflanzenwachstum früher einsetzte. Noch heute kann man Reste der Gräben und Staueinrichtungen erkennen. Diese Form der Bewirtschaftung fand Anwendung bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.

Ehrenamtliche Gebeitsbetreuer helfen bei der Erneuerung der SchilderRegierungspräsident Johannes Baron machte anlässlich des Jubiläums deutlich, dass nicht nur eine gute Zusammenarbeit der Behörden und Naturschutzverbände für eine positive Entwicklung des Gebietes notwendig sei, sondern dass auch die Nutzer der Flächen und diejenigen, die die Natur zur Freizeitgestaltung aufsuchen die Regelungen der Naturschutzgebietsverordnung beachten. Insbesondere sollte das Gebiet nicht außerhalb der Wege betreten werden und die Errichtung baulicher Anlagen und Eingriffe in den Gewässerhaushalt unterbleiben. Regierungspräsident Baron zeigt sich aufgrund der bisherigen Entwicklung optimistisch, dass die vielfältigen Arten innerhalb dieser wertvollen Auenlandschaft dauerhaft bewahrt werden können.

 

 
Streuobstaktion: 712 Bäume werden im Odenwald gepflanzt PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 17. November 2011

streuobstaktion 2011 Bad König Ausgabe der Bäume Foto- Karl RappBei anhaltend sonnigem Herbstwetter wurden dieser Tage in Bad König 712 junge hochstämmige Obstbäume an die Teilnehmer der 24. Odenwälder Streuobstaktion ausgegeben. In diesem Jahr beteiligten sich 120 Naturfreunde aus dem gesamten Odenwaldkreis an der Aktion, die seit 1988 alljährlich läuft. Einzelne Teilnehmer nahmen sich nicht nur Ersatz- und Ergänzungspflanzungen vor, sondern wollten gleich mit 20 und 30 Bäumen neue Streuobstwiesen anlegen.

Foto: Karl Rapp


Trockener Boden erschwert Pflanzung – 120 Naturfreunde holen in Bad König mehr als 700 junge Bäume ab

Zum Teil hatten sie die Pflanzlöcher schon vorbereitet und konnten berichten, dass das Ausgraben in diesem Jahr wegen des überaus trockenen Bodens wirklich eine harte und schweißtreibende Arbeit ist. Hinter der Aktion steht der Arbeitskreis Streuobst, der mit der Landschaftspflege- und Naturschutzabteilung des Odenwaldkreises eng zusammenarbeitet. Allein zur Ausgabe der Obstbäume war ein Team von zehn ehrenamtlichen und amtlichen Helferinnen und Helfer im Einsatz.
Das Regierungspräsidium Darmstadt unterstützt die Streuobsaktion mit einem Zuschuss von 7.000 Euro aus der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe. Viele seltene und bedrohte Vogelarten, zum Beispiel Steinkauz, Grünspecht oder Gartenrotschwanz, sind auf den Erhalt der Streuobstwiesen als Lebensraum angewiesen: Dort finden sie Nahrung und in alten Bäumen auch Bruthöhlen. Die gepflanzten Obstbäume tragen in der Naturschutzbilanz mit 16.895 Biotop-Wertpunkten zur Aufwertung des Naturraums bei. Streuobstwiesen stiften aber einen noch weitergehenden Nutzen: Die Bevölkerung im Odenwald und die Besucher der Region schätzen die Wiesen, weil diese das Landschaftsbild zu allen Jahreszeiten bereichern.

Die Streuobstaktion hat natürlich auch im Blick, die Odenwälder Streuobstkultur insgesamt zu fördern. Viele Obstbäume in den Streuobstwiesen sind bereits sehr alt, und um auch künftigen Generationen die Streuobstnutzung zu ermöglichen, müssen regelmäßig junge Bäume nachgepflanzt werden. Seit es die Streuobstaktion gibt, sind insgesamt 16.701 Bäume zur Verjüngung gepflanzt worden. Dabei kommt es auch darauf an, die Sortenvielfalt mit den typischen Sorten der heimischen Mittelgebirgsregion zu erhalten. So wurden 68 verschiedene Sorten von Apfel, Birne oder Zwetsche, von Kirsch- oder Walnussbäumen gepflanzt. Dabei erwies sich die Goldparmäne – als Tafelobst zum Verzehr besonders geeignet – mit 60 Stück in diesem Jahr als beliebteste Variante, gefolgt von zwei klassischen Kelterobstsorten, dem Rheinischer Bohnapfel (56) und dem Rheinischer Winterrambour (42).
Auch 2012 soll die Tradition der Streuobstaktion fortgesetzt werden. Erste Anträge liegen bereits vor. Interessierte, die darüber hinaus gern Fachkenntnisse über den richtigen Obstbaumschnitt und die Pflege von Obstbäumen im Allgemeinen erlangen wollen, können sich zu einem Ausbildungslehrgang für Obstbau anmelden. der im Januar starten soll. Ansprechpartner ist Hans Vogler in der Abteilung Landschaftspflege und Naturschutz der Kreisverwaltung in Reichelsheim, Telefon 06164 505-56; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

 

 
Trockenmauern und Hecken wertvolle Lebensräume aus Menschenhand PDF Drucken E-Mail
Montag, 14. November 2011

Odenwaldprogramm „Mensch – Natur – Kulturlandschaft“: Trockenmauern und Hecken

Der Kreisausschuss des Odenwaldkreises belohnt mit dem Odenwaldprogramm „Mensch – Natur – Kulturlandschaft“ das Engagement für den Naturschutz im Kreisgebiet. Zu den besonderen Formen des uneigennützigen Einsatzes für die Natur, wie er im Rahmen des Odenwaldprogramms prämiert werden kann, zählen Trockenmauern und Hecken


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Bewerbungsformular Odenwaldprogramm

4.Teil: Trockenmauern und Hecken 

 Vor allem in steilen Hanglagen sind so genannte Trockenmauern ein wichtiger Teil der Kulturlandschaft. In mühevoller Arbeit setzten frühere Generationen Stein auf Stein um Böschungen und Geländekanten zu stabilisieren. Das Besondere daran ist, dass sie ohne Mörtel errichtet werden. Dadurch entstehen zwischen den einzelnen Steinen Spalten in unterschiedlichen Größen, in denen sich Trockenheit und Wärme liebende Pflanzen ansiedeln können. Oft handelt es sich hierbei um sehr seltene, eher konkurrenzschwache Pflanzen sind und durch andere Gewächse verdrängt werden. An Extremstandorten wie den in der Regel trockenwarmen Mauern finden sie einen Lebensraum. Steinbrech, Thymian und Karthäuser Nelke sind hier neben vielen anderen Blühpflanzen sowie verschiedenen Moosen und Flechten typische Vertreter.
Die Tierwelt profitiert ebenfalls von Trockenmauern. In den Ritzen leben ungezählte Kleinlebewesen wie Schnecken und verschiedene Insekten. Unter anderem Wildbienen und Hummeln legen dort ihre Nester an. Eidechsen und Schlangen lieben die sich rasch erwärmenden Steinoberflächen und in den feuchten Spalten am Mauerfuß verkriechen sich gerne Erdkröten. Damit eine Trockenmauer langfristig erhalten bleibt und den oben genannten Arten einen Lebensraum bietet, muss sie gepflegt werden. Dazu gehören das regelmäßige Freimähen von Mauerfuß und Mauerkrone sowie das Entnehmen von Gehölzaufwuchs, um die Zerstörung der Mauer durch Wurzelwerk zu vermeiden.

FOTO:

Trockenmauern, also Mauern, die ohne Mörtel errichtet wurden, bieten durch ihre Ritzen sowohl seltenen Pflanzen als auch zahlreichen Tieren einen Lebensraum. Das Odenwaldprogramm „Mensch – Kultur – Naturlandschaft“ fördert die Pflege und den Erhalt solcher Mauern.

Auch Hecken tragen zur Artenvielfalt in der Landschaft bei. Sie dienen vielen Tieren als Vernetzungselement bei der Wanderung, bieten Schutz vor Fressfeinden und einen Platz zum Brüten. Zwar leben nur sehr wenige Tierarten dauerhaft in einer Hecke, doch viele Arten nutzen sie temporär: Sie liefern ein vielfältiges Nahrungsangebot für die unterschiedlichsten Tierarten. So finden Pflanzenfresser Pollen, Nektar, Samen, Früchte und Blätter sowie Jung- und Altholz. Andere Tiere können sich von Eiern, Larven, Spinnen und Würmern ernähren. Typische Baum- und Straucharten einer Hecke sind Feldahorn, Schwarzer Holunder, Hartriegel, Heckenrose, Schlehe, Brombeere und Kreuzdorn.
Durch Pflegeeingriffe werden unterschiedliche Entwicklungsstadien innerhalb einer Hecke geschaffen, die so den verschiedenen Tierarten einen Lebensraum bieten. Der Wechsel von jungen und alten Gehölzen bietet vielfältige und verschiedenartige Strukturen. Dieser Effekt wird jedoch nur durch Bewirtschaftung der Hecken, beispielsweise durch „Auf-den-Stock-setzen“ einzelner Gehölze erreicht. Eine Hecke ohne Pflege führt langfristig zu einer Verarmung der Pflanzen und Tiere.

Das Odenwaldprogramm „Mensch – Natur – Kulturlandschaft“ prämiert Trockenmauern und Hecken im Außenbereich, also außerhalb des Hausgartens. Bei der Abteilung Landschaftspflege und Naturschutz des Kreisausschusses des Odenwaldkreises kann sich jeder bewerben, der sich um ein solches Biotop kümmert. Weitere Informationen sowie Bewerbungsformulare können unter 06164 505-0 erfragt werden.

 

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Bewerbungsformular Odenwaldprogramm

 
Odenwaldprogramm belohnt Erhaltung seltener Wiesenpflanzen PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 1. November 2011

Odenwaldprogramm „Mensch – Natur – Kulturlandschaft“: Extensiv genutzte Flächen

GlockenblumeDer Kreisausschuss des Odenwaldkreises belohnt mit dem Odenwaldprogramm „Mensch – Natur – Kulturlandschaft“ das Engagement für den Naturschutz im Kreisgebiet. Zu den besonderen Formen des uneigennützigen Einsatzes für die Natur, wie er im Rahmen des Odenwaldprogramms prämiert werden kann, zählt das Artenreiche Grünland – Vielfalt auf heimischen Wiesen.

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Bewerbungsformular Odenwaldprogramm

 3.Teil: Die Vielfalt auf heimischen Wiesen

„Ein Mensch ohne Liebe ist wie eine Wiese ohne Blumen“, so lautet ein altes Sprichwort. Vor 100 Jahren war dieser Vergleich noch aussagekräftiger als heute. Zu Zeiten, als das Gras noch zweimal jährlich von Hand gemäht und lediglich mit Mist gedüngt wurde, waren die heimischen Wiesen deutlich blumenreicher. Heute ist es für landwirtschaftlichen Betrieb aber nahezu unerlässlich, eine Wiese bis zu viermal jährlich zu mähen, um Silage zu erzeugen. Damit eine Wiese diesen hohen Ertrag bringen kann, ist starke Düngung nötig. Diese führt dazu, dass auf den Wiesen hauptsächlich starkwüchsige Gräser aufkommen und Kräuter und Blumen verdrängt werden. Der hohe Gräseranteil bringt dann zwar einen hohen landwirtschaftlichen Ertrag, doch die Vielfalt in unserer Natur wird geschmälert.
Auf intensiv genutzten Wiesen findet man lediglich 20 bis 30 verschiedene Pflanzenarten vor. Bei den blühenden Pflanzen auf Intensivwiesen handelt es sich meist um vier Arten: Löwenzahn, Hahnenfuß, Klee und Wiesenkerbel. Dies sind Pflanzen, die mit häufigem Schnitt und großen Düngermengen zurechtkommen.
Auf einer weniger stark, also extensiv genutzten Wiese wachsen oft weit über 100 Pflanzenarten, darunter viele Wiesenblumen. Margerite, Lichtnelke, Wiesenstorchschnabel, Glockenblume und auch Orchideen wie das Knabenkraut sind nur einige Beispiele typischer Blütenpflanzen des Odenwälder Grünlandes. An einigen wenigen Stellen im Odenwaldkreis gibt es diese vielfältig bunten, blütenreichen Wiesen noch. Man kann sie dann nicht nur mit den Augen wahrnehmen, sondern auch mit den Ohren: Für viele Insekten wie Schmetterlinge, Grillen, Hummeln und auch die Honigbiene sind solche Wiesen ein Paradies, was man am lauten Summen und Zirpen gut erkennen kann.
Damit eine derartige Vielfalt entstehen kann, muss ein niedrigerer Ertrag in Kauf genommen werden. Viele der derzeit extensiv genutzten Wiesen werden deshalb durch das Hessische Integrierte Agrarumweltprogramm (HIAP) gefördert. Wenn man keine Förderung durch das HIAP erhalten kann, zum Beispiel wenn der Bewirtschafter kein Landwirt ist, die Fläche zu klein ist oder besondere Bewirtschaftungsweisen nötig sind, die über die Regelungen des HIAP hinausgehen, kann man sich an das Odenwaldprogramm wenden. Schon in den letzten Jahren wurden blütenreiche Wiesen prämiert. Unter anderem meldeten sich auch Bewirtschafter von Flächen mit sehr seltenen Pflanzen wie dem Moorglöckchen, der Bienenragwurz oder der weißen Waldhyazinthe. Aber auch ohne das Vorkommen von Raritäten können extensiv genutzte, artenreiche Wiesen gefördert werden.

Wer sich gerne mit seinen Flächen bewerben oder einen Bewirtschafter / eine Fläche vorschlagen möchte, kann beim Kreisausschuss des Odenwaldkreises, Abteilung Landschaftspflege und Naturschutz, Scheffelstraße 11, Reichelsheim, Telefon 06164 505-0 weitere Informationen erhalten.

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Bewerbungsformular Odenwaldprogramm

Kuckucks-LichtnelkenFOTOS:
Im Rahmen des Programms „Mensch – Natur – Kulturlandschaft“ belohnt der Odenwaldkreis uneigennützigen Einsatz für die Natur. Unter anderem werden extensiv genutzte Wiesen prämiert. Im Gegensatz zu intensiv genutzten Flächen wachsen hier auf Grund der Bewirtschaftungsform oft weit über 100 Pflanzenarten, unter anderem die hier zu sehenden Kuckucks-Lichtnelken und Glockenblumen (oben).

 
Fachwartausbildung Obstbau 2011 abgeschlossen PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 13. Oktober 2011

Am vergangen Freitag feierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachwartausbildung Obstbau 2011 der Hauptabteilung Ländlicher Raum, Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Odenwaldkreises (LRVV) in Reichelsheim nach abgelegter Prüfung ihren Abschluss. Ausbildungsleiter Hans-Joachim Vogler vom LRVV und Hans Helmut Börner, Geschäftsführer des Kreisverbandes Odenwald für Obstbau, Garten und Landschaftspflege (KOOGL), lobten das Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und baten sie, weiterhin so sorgsam wie in der Ausbildung Obstbäume zu pflegen.

Viele Obstbäume in den Odenwälder Streuobstwiesen benötigten dringend Pflege, um auch in Zukunft noch qualitativ hochwertige Früchte zu liefern und für Bewohner und Gäste eine reizvolle Landschaft zu bieten.

Erstmals in der nun achtjährigen Geschichte des Ausbildungslehrgangs musste die Teilnehmerzahl aus personellen Gründen bei den Veranstaltern LRVV und KOOGL auf 15 Personen begrenzt werden. Trotz der damit verbundenen höheren Teilnahmekosten und der nun ganztägigen Veranstaltungen waren alle Plätze ausgebucht. Sechs Frauen und neun Männer zwischen 20 und 60 Jahren aus dem Odenwaldkreis, Landkreis Bergstraße, Landkreis Darmstadt-Dieburg und sogar aus dem Wetteraukreis hatten sich angemeldet. Während neun Veranstaltungen von Januar bis Oktober konnten sie umfangreiche theoretische und praktische Kenntnisse und Fertigkeiten von Baumschnitt über die Veredelung von Obstgehölzen bis hin zu den wichtigsten Obstkrankheiten und -schädlingen erwerben. Rückblickend beurteilten die Teilnehmer vor allem die praktischen Übungen als besonders wertvoll und nachhaltig.

Wie Vogler abschließend hervorhob, wagten er und der damalige Geschäftsführer des KOOGL-Kreisverbandes Jürgen Schulz kaum zu hoffen, dass der 2004 gemeinsam begonnene Ausbildungslehrgang so lange auf reges Interesse stoßen würde. Auch jetzt gäbe es bereits mehrere Anfragen für einen weiteren Kurs für Neueinsteiger. LRVV und KOOGL planen daher 2012 wieder einen Grundlehrgang durchzuführen. Interessenten können sich auf der Internetseite www.streuobstregion.de oder bei Hans-Joachim Vogler, Telefon 06164 505-1856 über die Fachwartausbildung informieren.

 
Eine Freiwillige, eine Sense und jede Menge Springkraut PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 13. Oktober 2011

 Eine Freiwillige, eine Sense und jede Menge Springkraut im Gammelsbachtal. Dies werden in den letzten Wochen wohl einige gesehen haben und sich fragen: Was und warum macht sie da? „Ich mache ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Hauptabteilung für den Ländlichen Raum, Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Reichelsheim und mähe das Springkraut ab“, gab sie so manches Mal als Antwort. Gemeint ist das Drüsige Springkraut, das zu den sogenannten ’Invasiven Neophyten’ zählt. „Das sind Pflanzen, die hier nicht heimisch sind und sich aufgrund fehlender natürlicher Feinde extrem schnell und flächig ausbreiten. Dabei bilden sie recht schnell große und vor allem dichte Bestände, sodass darunter buchstäblich kein Gras mehr wächst.“, erklärt die FÖJ-lerin gerne den Fragenden.


Da sie zunehmend auch in FFH-Gebiete, welche Teil des Europäischen Schutzgebietsnetzes sind, und Naturschutzgebiete vordringen, verdrängen sie hier auch viele zum Teil seltene und gefährdete Arten.
Im Odenwaldkreis breiten sich vor allem an Fließgewässern wie dem Gammelsbach zwei Arten massiv aus: Das Drüsige Springkraut und der Japanische Staudenknöterich. Beide Arten stammen ursprünglich aus Asien und sind als Gartenpflanzen nach Europa gebracht worden. Allerdings halten sie sich nicht an Gartenzäune, weshalb sie sich recht schnell in der freien Natur ausgebreitet haben.


Das Drüsige Springkraut wächst bis zu zwei Meter hoch und blüht tiefrosa bis weißlich. Zur Vermehrung bildet es Kapselfrüchte, in denen sich die Samen befinden. Werden diese Kapselfrüchte z.B. durch Tiere oder Regentropfen berührt, platzen sie auf und schleudern den Samen bis zu sieben Meter weit. Durch die Wasserströmung oder auch durch Tiere wird der Samen über teils weite Strecken transportiert, bevor er im nächsten Jahr dort auskeimt. Da die Pflanze an sich nach einem Jahr abstirbt, reicht es aus sie vor der Samenreife zu entfernen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Allerdings kann der Samen auch nach mehreren Jahren im Boden noch auskeimen, weshalb Nachkontrollen nötig sind.


Der Japanische Staudenknöterich wächst strauchartig bis zu drei Meter hoch und bildet im Herbst viele kleine weiße Blüten. In Europa verbreitet er sich hauptsächlich durch unterirdische Ausläufer. In einem Umkreis von bis zu sieben Meter bildet er waagerechte, unterirdische Triebe, sogenannte Rhizome, aus denen erneut oberirdische Triebe wachsen können. Der Oberirdische Teil des Staudenknöterichs stirbt im Winter ab, der unterirdische Teil überwintert und treibt im Frühjahr erneut aus. „Die Bekämpfung ist sehr schwierig und langwierig, da die Rhizome sehr ausdauernd und brüchig sind, weshalb sie sich kaum komplett entfernen lassen. „Wird Erde, in der sich Rhizome des Japanischen Staudenknöterichs befinden, an eine andere Stelle transportiert, werden diese dort erfahrungsgemäß austreiben und recht schnell einen neuen, großen und dichten Bestand bilden, der den heimischen Arten die Lebensgrundlagen entzieht.“ so die FÖJ-lerin.

Neben den verheerenden ökologischen Folgen hat die Ausbreitung der invasiven Neophyten aber auch nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Folgen. Da die Pflanzen bzw. die oberirdischen Triebe bei Frost absterben und den kahlen Erdboden zurücklassen, sichern sie die Hänge nicht ausreichend und es besteht erhöhte Erdrutschgefahr.

Seit 2010 wird das Springkraut im FFH-Gebiet ’Jakobsgrund und Gammelsbachaue’ regelmäßig abgemäht. Seit diesem Jahr wird es auch in dem Naturschutzgebiet Hinterbachtal bekämpft. „Auch an den noch recht kleinen Knöterichbestand auf dem FFH-Gebiet ’Beerfelder Heide’ haben wir uns gewagt und entfernen ihn nun regelmäßig. Die beste Bekämpfungsmethode ist aber Prävention.“
Damit ist gemeint, bei Erdtransporten auf die Herkunft der Erde zu achten und solche Pflanzen, so schön sie auch sein mögen, nicht im Garten anzupflanzen. Das Ausbringen von Gebietsfremden Arten in der freien Natur ist laut Bundesnaturschutzgesetz genehmigungspflichtig.

Auf www.lrvv.odenwaldkreis.de werden in den nächsten Wochen noch weitere Informationen zu dem Thema folgen.

 
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Praxisnähe und die Vermittlung fundierten Fachwissens stehen bei der Fachwartausbildung Obstbau im Vordergrund. So legen z.B. alle Teilnehmer beim Pflanzen, Schneiden, Veredeln usw. selbst Hand an. Dazu wird in betreuten Kleingruppen mit max. 5 Personen gearbeitet und der Lernerfolg mit kleinen Praxisprüfungen überwacht. Wer möchte kann zusätzlich weitere Praxisstunden für Schnittmaßnahmen buchen, um mehr Sicherheit zu erlangen. Der Schwerpunkt der Lehrgangstermine liegt im Winter/Frühjahr, doch auch im Sommer werden der Jahreszeit entsprechende Arbeiten durchgeführt. Die Ausbildung findet in der Regel Donnertags und Freitags zwischen 9.00 und 17.00 Uhr statt.

Den Abschluss des Grundlehrgangs bildet eine freiwillige schriftliche Prüfung, die wie die Praxistests vor allem den Teilnehmern einen Rückschluss auf die von Ihnen erreichten Fähigkeiten erlauben soll. Der Teilnehmerbeitrag für den Grundlehrgang beträgt voraussichtlich 200,- €. Für weitere Informationen steht Herr Vogler bei der Abteilung Landschaftspflege gerne zur Verfügung; Telefon: 06164/50556.

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