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Cynosúrus cristátus (Kammgras)
Cynosúrus cristátus (Kammgras)
Hilfsaktion für bedrohte Bärlappe in der Beerfelder Heide PDF Drucken E-Mail

Pflegeeinsatz der Naturschutzverwaltung im FFH-Gebiet „Beerfelder Heide“

Beerfelder Heide: In mühevoller Handarbeit werden Grasbewuchs im Bereich der Bärlapp-Standorte entferntAm Donnerstag, dem 24. Juni legten fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Naturschutzverwaltung des Odenwaldkreises selbst Hand an, um seltenen Bärlapparten auf der „Beerfelder Heide“ Luft zu verschaffen. Unter der fachlichen Anleitung des Botanikers Dr. Markus Sonnberger wurden in schweißtreibender Handarbeit Gras, Moos und Gehölzaufwuchs auf fünf Probeflächen von jeweils 10 Quadratmeter entfernt. Unterstützt wurden die Aktivisten von einem Mitglied der Botanischen Vereinigung für Naturschutz in Hessen e.V. und vom Bauhof der Stadt Beerfelden, der auf zwei größeren Teilflächen des im Winter als Skipiste genutzten Hangs dem Birkenjungwuchs mit einem Mulchmäher zu Leibe rückte.

Beerfelder Heide: Keulen-BärlappBärlappe sind urtümliche Gewächse, die erstmals im Erdzeitalter des Karbon auftauchen – also vor rund 300 Millionen Jahren – und bis in die heutige Zeit überdauert haben. In den letzten Jahren werden die recht unscheinbaren und konkurrenzschwachen Bärlappe im FFH-Gebiet zunehmend durch Gräser und vor allem durch Birkenschösslinge stark bedrängt, so dass die Anzahl der Individuen nach Beobachtungen von Dr. Sonnberger zurückgegangen ist. Der Bärlapp-Standort auf der „Beerfelder Heide“ ist jedoch hessenweit einzigartig, weil hier vier verschiedene Bärlapparten gleichzeitig vorkommen. Die Odenwälder Naturschutzverwaltung (Untere Naturschutzbehörde und Amt für den ländlichen Raum) hat daher eine besondere Verantwortung für die Erhaltung dieser Raritäten.

Der Unteren Naturschutzbehörde in Erbach obliegt dabei der Schutz der Flächen vor Eingriffen und Beschädigungen, während das Amt für den ländlichen Raum in Reichelsheim (ALR) im Auftrag des Regierungspräsidiums Darmstadt einen sogenannten Maßnahmenplan erstellt hat, in dem die erforderlichen Pflegearbeiten zur Erhaltung der Schutzobjekte im FFH-Gebiet „Beerfelder Heide“ beschrieben sind. Darüber hinaus betreut und koordiniert das Amt die Pflegearbeiten im FFH-Gebiet.

Beerfelder Heide: Abräumen der abgeschälten Grassoden wegen der sensiblen Vegetation nur in HandarbeitAuf den Probeflächen soll nun beobachtet werden, ob und wie die Bärlapparten den neuen Lebensraum besiedeln und welche Auswirkungen die frühe Mahd auf den Birkenaufwuchs hat. Wenn sich der erhoffte Erfolg einstellt, so Hans-Joachim Vogler vom ALR wird in den nächsten Jahren die „Beerfelder Heide“ nicht wie bisher einmal im Spätherbst sondern zweimal im Frühsommer und Herbst gemäht. Ergänzend ist die Entnahme von bereits ausgewachsenen Birken im und am Rand des Schutzgebietes geplant, die mit ihren Samen immer wieder für reichlich Nachwuchs sorgen. Ziel aller Maßnahmen ist, günstige Wachstumsbedingungen für die Bärlapparten und die ebenfalls unter Schutz stehende Besen-Heide zu schaffen.

 
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