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Koeléria pyramidáta (Großes Schillergras)
Koeléria pyramidáta (Großes Schillergras)
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Beschreibung der Obstsorten

Obstsorten aus der Sortenliste für den landschaftsprägenden Streuobstbau im Odenwaldkreis (3. Auflage)

 

  • Vorwort
  • Einführung
  • Obstsorten für raue Lagen
  • Besonders vitale Obstsorten mit geringem Pflegeaufwand
  • Äpfel
  • Birnen
  • Süßkirschen
  • Zwetschen, Renekloden, Mirabellen
  • Sonstige
  • Pollenspender für Äpfel
  • Pollenspender für Birnen u.a.
  • Pflanz- und Pflegehinweise
  • Beratungsstellen
  • Literatur
  • Herausgeber

     

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    Liebe Leserinnen und Leser

    Streuobstwiesen sind prägende Elemente der Odenwälder Landschaft. EU, Bund und Land fördern durch verschiedene Naturschutz­programme die Erhaltung und Entwicklung von Streuobstbeständen.

    Dabei hat der Streuobstbau nicht nur kultur­historische Bedeutung, auch aus ökologisch-biologischer Sicht erfüllen die Streuobstwiesen wichtige Funktionen. Für zahlreiche Tiere und Pflanzen, darunter auch viele stark gefährdete Arten, bieten die Streuobstwiesen einen einzig­artigen Lebensraum, wie er sonst kaum noch anzutreffen ist.

    Aus landwirtschaftlicher Sicht spielt der Streuobstbau nach wie vor eine kleine aber beständige Rolle. Der Verkauf des Obstes auf Wochenmärkten oder in Regionalläden, ebenso wie die Veredelungsprodukte Saft, Wein und Brände, liefert zusätzliche Einkommen für landwirtschaftliche Betriebe. Apfelweintage, Kelterfeste, Apfelwein- und Obstwiesenroute, europäische Apfel-Netzwerke, Streuobstlehr­pfade u.v.m. stellen Initiativen dar, die dazu beitragen wollen, unser heimisches Obst besser zu vermarkten. Denn die Vermarktung der Streuobstprodukte ist eine wesentliche Grund­lage für die Erhaltung der Streuobstwiesen und damit unserer Kulturlandschaft.

    Diese Broschüre will den Streuobstbau durch die Vermittlung von Fachkenntnissen fördern. Sie beschreibt die wesentlichen Eigenschaften der 56 im Odenwaldkreis mit öffentlichen Mitteln geförderten Obstsorten. Dazu gehören beispielsweise Angaben über die Verwertbarkeit und Ansprüche jeder Obstsorte. Wegen ihrer besonderen Robustheit wurden auch einige neuere Obstsorten in die Sortenliste für den Odenwalkreis aufgenommen.

    Ich danke allen Beteiligten für ihre Mitarbeit bei der Herstellung und Überarbeitung dieser Broschüre. Ich wünsche allen Streuobst­freunden, dass sie eine Hilfe bei der Wahl der geeigneten Sorten ist.

    Elsbeth Kniß (Leiterin des ALR)

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    Einführung

    Allein in Deutschland existieren viele hundert Obstsorten. Auch im Odenwald besteht eine große Sortenvielfalt, wobei der Verbreitungsschwerpunkt eindeutig bei den Apfelsorten liegt. Bei der Erhaltung der Streuobstwiesen sieht das Amt für den ländlichen Raum Reichelsheim eine wesentliche Aufgabe darin, einen repräsentativen Querschnitt möglichst aller Streuobstarten durch gezielte Förderung für zukünftige Generationen zu sichern.

    Aus der großen Palette der im Odenwald an­gebauten Obstsorten hat deshalb eine Arbeits­gemeinschaft von Streuobstpraktikern 50 Sorten ausgewählt, die sich unter den hiesigen Klima- und Bodenverhältnissen bewährt haben. Ergänzt wurden diese durch 6 neuere Sorten, die sich durch eine hohe Resistenz gegenüber Krankheiten und Schädlingen auszeichnen. Insgesamt umfasst das mit dieser Broschüre vorgestellte Sortiment 28 Apfel-, 12 Birnen-, und 8 Süßkirschensorten, sowie 4 Zwetschen, Renekloden und Mirabellen. Ergänzt werden diese Sorten durch 3 Wildobstarten, wobei die Walnuss als Sämling und Veredelung vor­gestellt wird.

    Selbst aus dieser notwendigerweise sehr be­grenzten Anzahl von Obstsorten dürfte es Nichtfachleuten einigermaßen schwer fallen, die geeigneten Sorten auszuwählen. Geschmack oder Verwendungszweck der Früchte werden wohl in erster Linie die Entscheidung für die eine oder andere Sorte bestimmen. Die Wahl wird allerdings durch die teilweise sehr unterschiedlichen Ansprüche der einzelnen Sorten an Boden, Wasser, Klima usw. erschwert. Deshalb sollen die folgenden Be­schreibungen die Auswahl der „richtigen“ Sorte erleichtern. Sie können jedoch nicht eine ausführliche Beratung durch eine der im Anhang genannten Stellen ersetzen.

    Zum besseren Verständnis der sehr knapp gehaltenen Beschreibungen sollen die folgen­den Vorbemerkungen beitragen

    Standortbedingungen

    Unter der Bezeichnung Standort werden die Anforderungen der jeweiligen Sorte an Lage, Wärme und Feuchtigkeit, natürliche Nähr­stoffkraft, Durchlüftung und Typ des Bodens beschrieben, wenn optimale Wachstumsbe­dingungen vorliegen sollen. „Mittlere Höhen­lagen“ entsprechen einer Höhe bis 400 Meter, während Lagen über 400 Meter generell den „rauen Lagen“ des Odenwaldes zugerechnet werden. Ferner zählen hierzu feucht-kühle, absonnige Lagen. Die Berücksichtigung dieser Faktoren ist entscheidend für das Gedeihen der Obstbäume. Findet eine Sorte optimale Bedin­gungen, ist es verhältnismäßig einfach, die Pflanze über Jahrzehnte gesund zu erhalten und gute Erträge zu erzielen.

    Wuchs, Pflege

    Die Beschreibung des Wuchses soll eine Vorstellung von der Größe und dem Aussehen des Baumes vermitteln. Dabei wird unterstellt, dass die im Streuobstbau eingesetzten hoch­stämmigen Sorten auf starkwachsenden Unter­lagen (Stammbildner) veredelt wurden, denn die Unterlage hat wesentlichen Einfluss auf die Wuchsleistung des Baumes und dessen Stand­ortansprüche. Angaben zum Pflegeaufwand sollen bereits im Vorfeld klarmachen, welcher Arbeitsumfang für die Erziehung bzw. Erhal­tung des Obstbaumes zu erwarten ist, um gute Ertragsergebnisse und eine lange Lebenszeit des Baumes zu erzielen.

    Frucht

    Die Beschreibung der Fruchtform, -schale und des Fruchtfleisches soll die Bestimmung und Wiedererkennung der Sorten erleichtern. Gleichwohl erfordert die sichere Identifizierung langjährige Erfahrung, da ein und dieselbe Sorte von Standort zu Standort mitunter stark unterschiedlich ausgeprägte Merkmale aufweisen und es deshalb leicht zu Verwechs­lungen kommen kann.

    Geschmack, Ertrag

    Die Angaben zum Geschmack sind zum einen subjektiv und zum anderen vom Standort und den jeweiligen klimatischen Verhältnissen abhängig. Unter dem Begriff Ertrag erfolgen Hinweise über den zu erwartenden Beginn, die Höhe und die natürlichen Schwankungen der Fruchtbildung. Optimale Lichtverhältnisse im Kronenbereich, die ihrerseits durch den Pflanz­abstand der Bäume (mind. 10m) und den Pflegeschnitt beeinflusst werden, sind neben den Standortfaktoren für den Ertrag ent­scheidend.

    Blüte, Reife

    Die Angaben zu Eigenschaften der Blüte sollen zusammen mit den Befruchtungstabellen Hilfe­stellung bei der Wahl des genauen Standortes und notwendiger Befruchtersorten geben. So sind selbstunfruchtbare Pflanzen auf gute Befruchtersorten angewiesen. Der angegebene Blühzeitpunkt und die Pflückreife sind eben­falls standortabhängig und unterliegen je nach Witterung starken jahreszeitlichen Schwan­kungen. Unter Genussreife ist der Zeitraum der Haltbarkeit im natürlichen Lager (kühler Keller) zu verstehen. Je nach Beschaffenheit des Lagers und der Qualität der geernteten Früchte kann die Haltbarkeit beträchtlich kür­zer oder länger sein.

    Gesundheit

    Obstbäume, die optimale Voraussetzungen vor­finden, werden generell weniger von Krank­heiten und Schädlingen befallen als Gehölze, die infolge von ungünstigen Standortbedin­gungen geschwächt sind. Dennoch gibt es keine Obstsorte, die grundsätzlich resistent gegen alle Schädlinge und Krankheiten ist. Dies gilt auch für die neueren ins Sortiment aufgenommenen Sorten. Ziel der Pflanzen­züchtung war und ist, jeweils gegen die Haupt­schadorganismen unempfindliche Sorten zu finden. Die in dieser Broschüre aufgeführten Obstsorten wurden besonders nach diesem Kriterium ausgewählt.

    Verwendung

    Tafelobst ist vor allem für den Frischverzehr geeignet, während Wirtschaftsobst vorrangig zum Konservieren, Backen, Dörren, Saft-, Geistherstellen usw. verwendet werden sollte. Mostobst ist in erster Linie für die Herstellung von Süßmost und Apfelwein geeignet.

    Obstsorten für raue Lagen

    Die Zusammenstellung der Obstsorten für raue Lagen erfolgte aufgrund der zur Ver­fügung stehenden Literatur und der Kenntnisse der Arbeitsgruppenmitglieder.

    Besonders vitale Obstsorten

    Die Zusammenstellung besonders vitaler Obst­sorten mit geringem Pflegewand basiert im wesentlichen auf Untersuchungen des Instituts für Obstbau der Forschungsanstalt Geisenheim. Wie eingangs erwähnt, beeinflussen Standort und Pflege im hohen Maße die Vitalität der einzelnen Sorten. Insofern können die Unter­suchungsergebnisse aus Geisenheim nicht vor­behaltlos auf andere Standorte übertragen werden, sondern nur als Orientierung dienen.

    Befruchtungstabellen

    Mit Hilfe der Befruchtungstabellen können geeignete Pollenspender für die in dieser Bro­schüre aufgeführten Obstsorten ausgewählt werden. Das bedeutet nicht, dass ausschließlich die genannten Befruchter in Frage kommen. Auch andere, hier nicht erwähnte Obstsorten, eignen sich mitunter als Pollenspender. Wenn keine Angaben gemacht werden, lagen bis zum Redaktionsschluss keine Ergebnisse vor bzw. stehen entsprechende Untersuchungen dieser Sorten noch aus.

    Im Übrigen wurde für den Inhalt dieser Bro­schüre die angegebene Literatur ausgewertet. Etwaige Fehler können dem Amt für Landwirt­schaft, Forsten und Naturschutz Reichelsheim mitgeteilt werden, um sie bei der nächsten Aus­gabe zu berichtigen.

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    Obstsorten für raue Lagen

    Zu den rauen Lagen zählen im Odenwaldkreis die folgenden Gemarkungen: Airlenbach, Beerfelden, Böllstein, Bullau, Elsbach, Erbuch, Ernsbach, Etzean, Falkengesäß, Güttersbach, Hebstahl, Hesselbach, Hüttenthal, Kimbach, Ober-Hiltersklingen, Ober-Mossau, Ober-Sensbach, Olfen, Raubach, Rothenberg, Unter-Hiltersklingen, Unter-Mossau, Unter-Sensbach, Vielbrunn, Würzberg.

    1. Äpfel

    Brettacher* Tafel- / Wirtschaftsapfel
    Graue Französische Renette Tafel- / Wirtschaftsapfel
    Hilde Mostapfel
    Himbacher Grüner Mostapfel
    Jakob Fischer Tafel- / Wirtschaftsapfel
    Kaiser Wilhelm Tafel- / Wirtschaftsapfel
    Landsberger Renette Tafel- / Wirtschaftsapfel
    Lohrer Rambour Most- / Wirtschaftsapfel
    Rheinischer Bohnapfel Most- / Wirtschaftsapfel
    Rheinische Schafsnase Wirtschaftsapfel
    Rheinischer Winterrambour Wirtschaftsapfel
    Rote Sternrenette Tafel- / Wirtschaftsapfel
    Roter Eiserapfel Wirtschaftsapfel
    Roter Trierer Weinapfel Wirtschaftsapfel
    Schöner von Boskoop Tafel- / Wirtschaftsapfel

    2. Birnen

    Alexander Lucas* Tafel- / Wirtschaftsbirne
    Gellerts Butterbirne* Tafel- / Wirtschaftsbirne
    Gute Graue Tafel- / Wirtschaftsbirne
    Madame Verté* Wirtschaftsbirne
    Oberösterreichische Weinbirne Mostbirne
    Pastorenbirne Tafel- / Wirtschaftsbirne

    3. Kirschen

    Hedelfinger Riesenkirsche Frischverzehr
    Kordia Frischverzehr
    Regina Frischverzehr

    4.Zwetschen, Renekloden, Mirabellen

    Alle sehr wenig geeignet, deutliche Qualitätsverluste sind hinzunehmen.

    5. Sonstige

    Edel-Eberesche Saft- / Geistherstellung, Marmelade
    Walnuss (Sämling)* Frischverzehr, Backen

    * = Nur warme, sonnige Lagen.

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    Besonders vitale Obstsorten mit geringem Pflegeaufwand

    Bewertung der Gesamtvitalität bei Apfelbäumen durch die Forschungsanstalt Geisenheim Berücksichtigt wurden Gesundheit von Baum, Blatt und Frucht. Dabei fließen die Ergebnisse der Anfälligkeiten für Mehltau, Spinnmilben und Fruchtkrankheiten ein.

    Bewertungsziffern

  • 7 = gute Vitalität
  • 8 = hohe Vitalität
  • 9 = sehr gute Vitalität

    1. Äpfel

    Brettacher Tafel- / Wirtschaftsapfel 8
    Erbachhofer Weinapfel Mostapfel 8
    Graue Französische Renette* Tafel- / Wirtschaftsapfel 7
    Hilde Mostapfel 9
    Himbacher Grüner Mostapfel 9
    Jakob Fischer* Tafel- / Wirtschaftsapfel 7
    Lohrer Rambour Most- / Wirtschaftsapfel 8
    Rheinischer Bohnapfel* Wirtschaftsapfel 7
    Rheinischer Winterrambour* Wirtschaftsapfel 7
    Roter Trierer Weinapfel Most- / Wirtschaftsapfel 8
    Wöbers Rambour* Wirtschaftsapfel 7

    2. Birnen

    Gute Graue Tafelbirne
    Highland Tafelbirne
    Madame Verté* Wirtschaftsbirne
    Mollebusch* Tafel- / Wirtschaftsbirne
    Oberösterreichische Weinbirne Mostbirne

    3. Kirschen

    Burlat Frischverzehr
    Frühe Rote Meckenheimer Frischverzehr, Konservierung, Saftherstellung
    Kordia Frischverzehr, Konservierung
    Regina Frischverzehr
    Teickners Schwarze Frischverzehr, Konservierung

    4. Zwetschen, Renekloden, Mirabellen

    Bühler Frühzwetsche Frischverzehr

    5. Sonstige

    Edel-Eberesche Saft- / Geistherstellung, Marmelade
    Speierling Mostbereitung, Geistherstellung
    Walnuss (Sämling) Frischverzehr, Backen

    * = Sorten mit geringfügigen Einschränkungen bezüglich der Widerstandskraft gegen Krank- heiten und Schädlinge.

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    Äpfel

    Bismarckapfel:: Brettacher:: Champagner Renette:: Erbachhofer Weinapfel:: Florina: Gelber Bellefleur:: Gewürzluiken:: Goldparmäne:: Goldrenette von Blenheim:: Graue Französische Renette:: Hilde:: Himbacher Grüner:: Jakob Fischer:: Kaiser Wilhelm:: Landsberger Renette:: Lohrer Rambour:: Pilot:: Reichelsheimer Mostapfel:: Rheinische Schafsnase:: Rheinischer Bohnapfel:: Rheinischer Krummstiel:: Rheinischer Winterrambour:: Rote Sternrenette:: Roter Eiserapfel:: Roter Trierer Weinapfel:: Schöner von Boskoop:: Winterzitronenapfel:: Wöbers Rambour


    Bismarckapfel

    Herkunft, Doppelnamen

    Die Sorte entstand um 1870 in Neuseeland und kam 1888 nach Deutschland. Sie ist nicht identisch mit der Sorte ‘Fürst Bismarck’.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anbau nur auf guten Böden, dann auch noch in mittleren Höhenlagen. In der Jugend stark wachsend, später schwächer. Gelegentliche Verjüngungsschnitte notwendig.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Großfrüchtiger, plattrunder, schwachgerippter Winterapfel. Fruchtschale gelblich- bis weiß­grünlich. Deckfarbe hellrot bis braunrot. Fruchtfleisch weiß, saftig, herb gewürzt mit erfrischender Säure. Ertrag mittelfrüh ein­setzend, reich, ziemlich regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh, unempfindlich. Pflückreife ab Oktober. Genussreife bis März.

    Gesundheit

    Etwas anfällig für Mehltau, Schorf und Obst­baumkrebs.

    Verwendung

    Guter Wirtschaftsapfel, noch brauchbarer Tafelapfel.


    Brettacher

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, um 1900 von Landwirt Kuttruff in Brettach bei Stuttgart gefunden. Eltern vermutlich ‘Cham­pagner Renette’ und ‘Jakob Lebel’.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Für warme und nährstoffreiche Böden. Gedeiht weniger gut auf schweren und nassen Böden. Nicht für Höhen über 500m. Starkwüchsiger Baum mit breiter Krone. Geringer Schnitt­aufwand, gelegentlich starker Rückschnitt.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Großfrüchtiger, plattrunder, schwachge­rippter Winterapfel. Fruchtschale gelblich- bis weißgrünlich. Deckfarbe hellrot bis braunrot. Weiß, saftig, herb gewürzt mit erfrischender Säure. Mittelfrüh einsetzend, reich, ziemlich regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte spät. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Mitte bis Ende Oktober.Genussreife ab Februar bis März.

    Gesundheit

    Ziemlich widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel.


    Champagner Renette

    Herkunft, Doppelnamen

    Alte französische Sorte aus der Champagne. Schon 1799 beschrieben und 1857 zum Anbau empfohlen. Doppelnamen Herrenapfel, Jahr­apfel, Käsapfel, Mutterapfel, Silberapfel u.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Für nährstoffreiche, ausreichend feuchte, lockere Böden. Nicht für kalte Lagen. Bei ausreichender Wärme auch in mittleren Höhen­lagen. Mittelstarker Wuchs, zweimaliger Rück­schnitt genügt meist zum Kronenaufbau.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Großer, flachrunder, gleichmäßig gebauter Apfel. Flach verlaufende Rippen. Schale glatt, geschmeidig, später wachsgelb. Schalenpunkte fein, bräunlich. Frucht­fleisch ziemlich fest, weißlich, saftig, wenig gewürzt, erfrischende Säure. Ertrag früh und regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte spät, langanhaltend, unempfindlich. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte Oktober. Genussreife ab Dezember bis Mai.

    Gesundheit

    Kaum anfällig für Mehltau und Schorf. In feuchtkühlen Lagen und auf luftundurch­lässigen Böden anfällig für Obstbaumkrebs.

    Verwendung

    Sehr guter Wirtschafts-, guter Tafelapfel, aber Frucht druckempfindlich.


    Erbachhofer Weinapfel

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling aus dem Sauerland. Doppelnamen Erbachhofer Mostapfel.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Ansprüche an den Boden gering, auch noch für schlechte Böden geeignet, wenn der Standort ausreichend warm ist. Kräftiger stark auf­rechter Wuchs, mittelgroße Krone. Wenig pflegebedürftig.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Frucht mittelgroß. Fruchtschale glatt, gelb. Zur Reifezeit kräftig gerötet und gestreift. Frucht­fleisch fest, saftig, süßsäuerlich, würzig. Ertrag mittelhoch bis hoch, regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelspät. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Ende September. Verarbeitung bis Dezember.

    Gesundheit

    Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge

    Verwendung

    Ausgesprochener Mostapfel.


    Florina

    Herkunft, Doppelnamen

    Schorfresistente Züchtung aus Frankreich und USA (1977). Doppelname Querina.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima. Starker Wuchs. Wenig Seitentrieb­bildung.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße Frucht. Schale gelbgrün, orangerot geflammt später dunkelrot. Fleisch fest, saftig, harmonisch. Hoher Ertrag, aber unregelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelspät. Guter Pollenspender. Pflückreife Oktober. Genussreife bis Dezember.

    Gesundheit

    Widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten.

    Verwendung

    Tafelapfel. Für Ökoanbau und Hausgärten zu empfehlen.


    Gelber Bellefleur

    Herkunft, Doppelnamen

    In New Jersey (USA) Ende des 18. Jahrhun­derts entstanden. Doppelnamen Blumenkalvill, Gelber Englischer Schönblühender, Schafs­nase, Weidenapfel, Weißer Metzgerapfel u.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Beansprucht feuchten Boden. Bei zusagendem Boden auch noch für höhere Lagen geeignet. Wuchs schwach bis mittelstark, auffallend dünntriebig. Regelmäßig Erziehungsschnitt, später auslichten im Bauminnern erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroßer bis großer, ungleichmäßig gebau­ter Apfel. Schale grünlichgelb, später hell zitronengelb. Sonnenseite manchmal leicht ge­rötet. Fruchtfleisch gelblichweiß, fein, mürbe, angenehm gewürzt. Ertrag regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh. Pflückreife Ende Oktober. Genussreife ab November bis März.

    Gesundheit

    Etwas anfällig für Mehltau, Schorf, Blutlaus, und Krebs. Holzfrostfest.

    Verwendung

    Edler Tafelapfel, auch zur Verwertung ge­eignet.


    Gewürzluiken

    Herkunft, Doppelnamen

    Alte Sorte, die in Württemberg seit langem bekannt ist. Herkunft unbekannt. Doppelnamen Gewürzluikenapfel.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Die Sorte ist ziemlich anspruchslos, sollte aber wegen der hohen Ertragsleistung auf gutem Boden stehen. Anbau noch in mittleren Höhen­lagen. Stark wachsender, langlebiger Baum. Nur in den ersten Jahren Schnittmaßnahmen.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße bis große Früchte, meist breit gebaut. Schale fest, glatt, gelblichgrün, später strohgelb und rot marmoriert. Dunkelbraune Schalenpunkte. Fleisch weiß, saftig, säuerlich, etwas süß, ausgeprägtes Aroma. Ertrag mittel­früh einsetzend, dann hoch.

    Blüte, Reife

    Blüte spät, lang anhaltend und wenig empfindlich. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte bis Ende Oktober. Genussreife ab Dezember bis März.

    Gesundheit

    Anfällig für Schorf und bei ungünstigen Standortverhältnissen empfindlich für Obst­baumkrebs.

    Verwendung

    Beliebter Tafelapfel, ausgezeichneter Wirt­schaftsapfel. Besonders gut für die Safther­stellung geeignet.


    Goldparmäne

    Herkunft, Doppelnamen

    Die Sorte ist schon seit dem Mittelalter be­kannt. Stammt vermutlich aus Frankreich. Doppelnamen Goldrenette, Herzogs Renette, Reine des Reinette, Wintergoldparmäne u.v.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Braucht gute Böden. Bei geschützter Lage auch noch in Höhenlagen brauchbar. Wuchs mittel­stark, hochkugelige Krone. Krone muss regel­mäßig ausgelichtet werden.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroßer gleichmäßiger Apfel. Schale glatt, glänzend, grünlichgelb bis gelb. Sonnenseite gerötet u. kräftig gestreift. Schalenpunkte fein, braun. Fleisch gelblichweiß, fein saftig, edel gewürzt. Wenig Säure, etwas Zucker. Ertrag setzt mittelfrüh ein, hoch, nicht regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelspät. Sehr guter Pollenspender. Pflückreife ab September. Genussreife ab Oktober bis Januar.

    Gesundheit

    Anfällig für Schorf, Mehltau, Obstbaumkrebs und Blutlaus.

    Verwendung

    Ausgezeichneter Tafelapfel, sehr guter Wirt­schaftsapfel.


    Goldrenette von Blenheim

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, um 1740 von Kemster bei Schloß Blenheim in England gefunden. Doppelnamen Belle d’Angers, Blenheim Orange, Blenheim Pippin, Woodstock Pippin.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Liebt nährstoffreiche Böden in geschützter Lage. Starkwüchsiger Baum mit großer, breit­ausladender Krone. Gute Verzweigung, des­halb keine allzu häufigen Schnittmaßnahmen. Auslichten u. Freistellen der Äste erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Großer, gleichmäßiger Apfel. Schale glatt, glänzend, grüngelb, später goldgelb. Sonnen­seite meist gerötet, wenig gestreift. Schalen­punkte fein, bräunlich. Fleisch gelblichweiß, fein, saftig, süßsauer, edler, nussartiger Ge­schmack. Ertrag spät, hoch und gleichmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh, frostempfindlich, Windschutz vorteilhaft. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Ende September bis Mitte Oktober. Genussreife ab November bis Januar.

    Gesundheit

    Die Sorte ist ziemlich schorffest. Anfällig für Stippe, Blutlaus und in luftfeuchten Lagen für Obstbaumkrebs.

    Verwendung

    Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel.


    Graue Französische Renette

    Herkunft, Doppelnamen

    Eine sehr alte französische Sorte, die bereits im 15. Jahrhundert bekannt war. Doppelnamen Grauapfel, Grauer Kurzstiel, Herrengast, Pelz­apfel, Lederapfel, Winter-Rabau u.v.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Verlangt tiefgründige, etwas feuchte Böden. Auf zusagenden Standorten kräftiger, gesunder Wuchs. Geeignet auch für raue Lagen. Ge­ringer Pflegeaufwand.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroßer, flachrunder Apfel. Schale fein rau, grün, Sonnenseite trübrot. Schalenpunkte zahlreich, hell, häufig Rost. Fleisch grünlich­gelb, fein, locker, etwas mehlig, saftreich, renettenartig gewürzt. Geruch etwas moschus­artig. Ertrag regelmäßig und hoch.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh, kurz. Pflückreife ab Oktober. Genussreife ab November bis Januar. Neigt auf dem Lager sehr stark zum Welken.

    Gesundheit

    Widerstandsfähig auf zusagendem Standort.

    Verwendung

    Sehr guter Tafel und Wirtschaftsapfel.


    Hilde

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling aus Norddeutschland. Neuere Sorte.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anspruchslos an Boden und Klima. Wuchs­eigenschaften noch weitgehend unbekannt, da neuere Sorte. Wenig Pflege erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Großer stumpfkegelförmiger Apfel. Schale grüngelb, schwach braunrot gestreift. Fleisch sauer, saftig. Hoher Ertrag, ziemlich regel­mäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh. Pflückreife Mitte bis Ende Oktober. Verwertung ab Oktober bis Frühjahr.

    Gesundheit

    Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Reiner Mostapfel.


    Himbacher Grüner

    Herkunft, Doppelnamen

    1890 in Himbach Kreis Büdingen gefunden.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anspruchslos an Boden und Klima. Wuchs stark, später mittelstark. Wenig Pflege er­forderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße Frucht. Schale grüngelb, sonnen­seits leicht gerötet, zahlreiche helle Schalen­punkte. Fleisch spritzig, würzig, säuerlich. Ertrag hoch, etwas schwankend.

    Blüte, Reife

    Blüte spät. Pflückreife Ende Oktober. Verarbeitung bis Dezember.

    Gesundheit

    Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Most- / Wirtschaftsapfel.


    Jakob Fischer

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, um 1903 von Jakob Fischer in Rottum, Kreis Biberach, gefunden. Doppel­namen Schöner bzw. Roter vom Oberland.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Nicht für schwere und kalte Böden, sonst anspruchslos, für raue Lagen geeignet. Sehr starker, gesunder Wuchs, große breitpyramidale Krone. Erziehungs- und gelegentlicher Auslichtungsschnitt erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Großer bis sehr großer, flachrunder Apfel. Schale hellgelb meist gestreift bis marmoriert, zur Reifezeit leuchtend rot. Fleisch grünweiß­lich, lockerzellig, rasch bräunend, saftig, mit feinsäuerlichem Geschmack. Ertrag ab dem 6. Standjahr, aber nur jedes zweites Jahr hoch.

    Blüte, Reife

    Blüte früh und lang anhaltend. Etwas spätfrost­empfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife ab September. Genussreife bis November.

    Gesundheit

    Wenig anfällig für Schorf und Mehltau.

    Verwendung

    Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel. Be­grenzte Haltbarkeit.


    Kaiser Wilhelm

    Herkunft, Doppelnamen

    1864 in einem Garten bei Solingen gefunden. Vermutlich ein Sämling von ‘Harberts Renette’. Seit 1877 im Anbau. Doppelnamen Empereur Guillaume, Wilhelmapfel.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bei ausreichender Feuchtigkeit für alle Böden geeignet, sonst recht anspruchslos. In wind­geschützten Lagen bis 600m Höhe. Starker bis sehr starker Wuchs, große, breite Krone. Be­hutsamer Rückschnitt sonst starke Triebigkeit.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Großer, rundlicher Apfel. Schale meist glatt, glänzend, grünlichgelb, später gelb bis gold­gelb, gerötet und etwas gestreift. Zahlreiche braune Schalenpunkte. Manchmal Rost. Fleisch gelblichweiß, fein, saftig, gewürzt. Sehr später Ertrag, dann sehr hoch und regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh, unempfindlich, sehr schön, langanhaltend. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Anfang Oktober. Genussreife Anfang Dezember bis März.

    Gesundheit

    Etwas anfällig für Schorf, Mehltau Krebs und Stippe.

    Verwendung

    Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel.


    Landsberger Renette

    Herkunft, Doppelnamen

    Um 1850 in Landsberg a.d. Warthe (heute Polen) aus Samen gezogen. Doppelnamen Reinette de Landsberg, Reneta Gorzowska, Surprise.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Keine besonderen Bodenansprüche. Bevorzugt Höhen- und Windlagen. Mittelstarker bis star­ker Wuchs, Krone breitkugelig. Regelmäßiges Auslichten der Krone und mäßiger Rückschnitt erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Meist mittelgroße Früchte, abgestumpft rund­lich. Schale hellgrün, später hellgelb, sonnen­seits leicht gerötet. Zahlreiche Schalenpunkte, fein, bräunlich. Fleisch gelblichweiß, locker, süßsäuerlich mit feinem, zartem Aroma. Mittelfrüher Ertrag, in jedem 2. Jahr hoch.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh unempfindlich, langanhaltend. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte Oktober. Genussreife ab Ende Oktober bis Februar.

    Gesundheit

    Schorfanfällig (in Höhenlagen selten), etwas anfällig für Stippe und Krebs.

    Verwendung

    Guter Tafel-, sehr guter Wirtschaftsapfel.


    Lohrer Rambour

    Herkunft, Doppelnamen

    Stammt aus Süddeutschland, nach der Stadt Lohr am Main benannt. Doppelnamen Krum­me Lore, Schweikheimer Rambour, Kloster­rambour.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anspruchslos an Boden und Klima. Auch für raue Lagen geeignet. Mittelstarker Wuchs, breit ausladend. Wenig Pflegeaufwand.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Frucht groß, unregelmäßig, hoch gebaut. Schale gelbgrün, flächig dunkelrot. Fleisch säuerlich. Ertrag hoch, etwas unregelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh, ziemlich frosthart. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Oktober. Verarbeitung November bis Mai.

    Gesundheit

    Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Holzfrostfest

    Verwendung

    Most- / Wirtschaftsapfel.


    Pilot

    Herkunft, Doppelnamen

    Gegen Schorf und Mehltau unempfindliche Züchtung aus Pillnitz von 1962.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Für alle Lagen bis 400m Höhe. Schwacher bis mitttelstarker Wuchs. Breite, lockere Krone. Regelmäßiger Schnitt zur Fruchtasterneuerung notwendig.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroßer Apfel. Schale orangerot. Fleisch sehr fest, spritzig. Ertrag früh, hoch und regel­mäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittel bis spät, etwas frostempfindlich. Pflückreife Mitte Oktober. Genussreife Februar bis Juni.

    Gesundheit

    Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Holzfrostfest.

    Verwendung

    Guter Tafel- und Wirtschaftsapfel. Eher für Hausgärten geeignet.


    Reichelsheimer Mostapfel

    Herkunft, Doppelnamen

    Herkunft unbekannt. Odenwälder Lokalsorte. Doppelnamen Weinapfel, Identität mit Gelber Trierer Weinapfel noch unklar.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anspruchslos an Boden und Klima. Starker Wuchs, Krone groß, breit ausladend, Stamm drehwüchsig. Nur gelegentlich Auslichtungs­schnitt erforderlich, sonst wenig Pflege.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Kleine, gelbe Frucht, flachrund. Herber, süß­saurer Geschmack. Massenträger.

    Blüte, Reife

    Blüte spät. Pflückreife Anfang Oktober. Verarbeitung ab Oktober bis Frühjahr.

    Gesundheit

    Weitgehend widerstandsfähig gegen Krank­heiten und Schädlinge. Vereinzelt anfällig für Schorf. Im Jugendstadium etwas feuerbrand­gefährdet.

    Verwendung

    Ausgezeichneter Mostapfel.


    Rheinische Schafsnase

    Herkunft, Doppelnamen

    Rheinland und Franken. Doppelnamen Apfel­muser, Engelsapfel, Grenadier, Herrenapfel, Katzenkopf, Maatapfel, Odenwälder Schafs­nase, Roßapfel u.v.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Geringe Ansprüche an Boden und Klima. Auch für raue Lagen. Mittelstarker Wuchs, auf­rechte, breite, etwas sparrige Krone. Rück­schnitt nur in den ersten Jahren erforderlich. Sonst keine Pflegemaßnahmen.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Großer kegelförmiger Apfel. Rippen fein, flach über die ganze Frucht. Schale glatt grünlich­gelb, später hellgelb, sonnenseits gerötet, ge­streift. Fleisch gelblichweiß, halbfein, saftig, nicht gewürzt. Früher Ertrag, mäßig und schwankend.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh. Pflückreife ab Mitte September. Genussreife bzw. Haltbarkeit bis Dezember.

    Gesundheit

    Etwas anfällig für Mehltau, Fruchtkrankheiten und Spinnmilben.

    Verwendung

    Hervorragender Wirtschaftsapfel.


    Rheinischer Bohnapfel

    Herkunft, Doppelnamen

    Wahrscheinlich zwischen 1750 und 1800 am Mittelrhein entstanden. Doppelnamen Bohn­apfel, Gros Bohn, Großer Bohnapfel, Jockerle.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anspruchslos, auch für raue Lagen geeignet. Anfangs stark, später mittelstark wachsend, großvolumige, kugelige Krone. Gelegentliches Auslichten, selten Verjüngung der Krone.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroßer, eiförmiger Apfel. Schale glatt, mattglänzend, grün, sonnenseits leicht gerötet, gestreift. Schalenpunkte fein, braun. Fleisch hellgelblich, halbfein, fest, nicht gewürzt, saftig. Etwas herber Geschmack, milde Säure. Später Ertrag, hoch, aber alternierend.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh, frosthart. Schlechter Pollen­spender. Pflückreife Ende Oktober. Genussreife ab Januar bis Sommermonate.

    Gesundheit

    Je nach Standort etwas krebs- und schorf­anfällig. Holzfrostfest.

    Verwendung

    Hervorragender Wirtschaftsapfel, guter Most­apfel.


    Rheinischer Krummstiel

    Herkunft, Doppelnamen

    Im Rheinland bei Köln entstanden, seit mindes­tens 200 Jahren bekannt. Doppelnamen Gestreifter Römer.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Mittelgründige, frische, gut durchlüftete Böden. Bei ausreichender Wärme auch bis 500m Höhe. Starker Wuchs, große Krone mit breit überhängenden Zweigen. Erziehungs­schnitt, später Auslichten erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroßer, hochrunder Apfel. Schale glatt, grünlichgelb, später zitronengelb, sonnenseits, stark gerötet, gestreift. Fleisch weiß, saftig, leicht gewürzt. Später Ertrag, dann sehr hoch.

    Blüte, Reife

    Blüte spät. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte Oktober. Genussreife ab Februar bis Mai.

    Gesundheit

    Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Baum kann sehr alt werden.

    Verwendung

    Bewährter Tafel- und Wirtschaftsapfel.


    Rheinischer Winterrambour

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, wahrscheinlich vor 1800 in Belgien oder den Niederlanden entstanden. Doppelnamen Malmedyer, Menzenauer Jäger­apfel, Rubiner, Teuringer, Winterkalvill u.v.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima, auch noch für raue Lagen. Mittel­starker bis starker Wuchs, große, ausladende Krone, sehr später Austrieb. Geringer Schnitt­aufwand.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Großer, flachrunder, meist unregelmäßiger Apfel, starke Rippen. Schale glatt hellgrün, später hellgelb und gerötet. Fleisch gelblich­weiß, etwas grob bis halbfein, wenig Würze. Spät einsetzender, aber reicher Ertrag.

    Blüte, Reife

    Blüte spät, wenig spätfrostempfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte Oktober. Genussreife ab Dezember bis Mai.

    Gesundheit

    Etwas mehltauanfällig, in feuchten Lagen etwas anfällig gegen Obstbaumkrebs, sonst widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Sehr guter Wirtschaftsapfel, guter Tafelapfel.


    Rote Sternrenette

    Herkunft, Doppelnamen

    Vor 1850 in den Niederlanden oder am Nieder­rhein entstanden. Doppelnamen Rote Stern­renette, Sternrenette

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt tiefgründige, feuchte, nährstoff­reiche Böden. Auch für raue Lagen geeignet. Mittelstarker Wuchs, breitpyramidale bis hoch­kugelige Krone. Gelegentliches Auslichten er­forderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroßer, gleichmäßig runder Apfel. Schale glatt, gelblichgrün, später Deckfarbe purpurrot, mit grüngelben Sternchen. Fleisch gelblich­weiß, mittelfest, süßsäuerlich, parfümartiges Aroma. Ertrag mäßig hoch, unregelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte spät. Pflückreife Ende September. Genussreife Oktober bis Dezember.

    Gesundheit

    Generell geringe Anfälligkeit gegen Schäd­linge und Krankheiten, neigt aber zu Stippe und vereinzelt zu Obstbaumkrebs. Ansonsten holzfrostfest.

    Verwendung

    Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel.


    Roter Eiserapfel

    Herkunft, Doppelnamen

    Alte Sorte, die schon im 16. Jahrhundert nach­gewiesen ist. Doppelnamen Bamberger, Brasi­lienapfel, Christapfel, Eisapfel, Klosterapfel, Kohlapfel, Mohrenkopf, Roter Krieger u.v.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Geringe Ansprüche an Boden und Klima. Auch für raue Lagen geeignet. Kräftiger gesunder Wuchs, große Krone. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroßer bis großer, rundlich kegel­förmiger Apfel. Schale glatt, bläulich bereift, düster grün, später heller, sonnenseits intensiv gerötet. Fleisch gelblich, fein, mäßig saftig, wenig gewürzt. Sehr später Ertrag, dann hoch und ziemlich regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte spät, unempfindlich. Schlechter Pollen­spender. Pflückreife ab Ende Oktober. Verarbeitung ab Dezember bis Sommer.

    Gesundheit

    Auf zusagenden Böden wenig empfindlich gegen Krankheiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Sehr guter Wirtschaftsapfel.


    Roter Trierer Weinapfel

    Herkunft, Doppelnamen

    Die Sorte entstand im Raum Trier. Doppel­namen Roter Holzapfel, Roter Trierer, Roter Triererischer Mostapfel, Roter Trierischer Weinapfel, Trankapfel.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Gedeiht noch auf schlechten Böden und in sehr rauen Lagen. Sehr starker Wuchs, später schwächer. Krone hochrund, später breit. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Kleiner bis mittelgroßer, rundlicher Apfel. Schale derb und glatt, etwas glänzend, bräun­lichgrün, später grünlichgelb, sonnenseits bräunlichrot. Fleisch grünlichgelb, fest, sehr saftig. Früh einsetzender Ertrag, regelmäßig, in jedem zweiten Jahr ungewöhnlich hoch.

    Blüte, Reife

    Blüte spät. Pflückreife November bis Dezember. Verarbeitung Dezember bis April.

    Gesundheit

    Auf zusagenden Standorten widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Sonst etwas anfällig für Feuerbrand.

    Verwendung

    Hervorragender Wirtschaftsapfel, noch brauch­barer Tafelapfel. Beste Kelterfrucht.


    Schöner von Boskoop

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, 1856 in Boskoop (Nieder­lande) entstanden. Zwischenzeitlich zahlreiche Typen, bekannt vor allem Roter Boskoop. Doppelnamen Boskoop, Graue Winterrenette.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anbau nur auf genügend feuchten, nährstoff­reichen Böden, in geschützten, frostfreien Lagen. Sehr starker Wuchs, große, breite Krone. Wegen starker Triebigkeit regelmäßig Sommerschnitt erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Großer bis sehr großer, rundlicher, meist ungleichmäßiger Apfel. Schale mattglänzend, meist berostet, hellgrün, später grünlichgelb, sonnenseits gerötet. Fleisch hellgelblich, saftig, kräftig renettenartig gewürzt. Ertrag zögernd einsetzend, dann sehr hoch, unregelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte früh bis mittelfrüh, witterungsempfind­lich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Ende September bis Mitte Oktober. Genussreife ab November bis April.

    Gesundheit

    Etwas anfällig für Mehltau, Obstbaumkrebs, Blutlaus und Stippe. Geringe schorfanfälligkeit.

    Verwendung

    Ausgezeichneter Tafelapfel. Hervorragender Back-, Koch- und Saftapfel. Herstellung von Geist.


    Winterzitronenapfel

    Herkunft, Doppelnamen

    Alte Sorte aus Süddeutschland, schon vor 1800 bekannt. Doppelnamen Citron d’Hiver, Kö­nigs Renette, Reinette du Roi.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anspruchslos an Boden und Klima. Auch für raue Lagen geeignet. Sehr starker und gesunder Wuchs, Krone breit, hochgehend. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroßer bis großer, abgestumpft, rund­licher Apfel. Schale glatt, etwas fettig, grün­lich, später zitronengelb, sonnenseits gerötet. Schalenpunkte zahlreich, ziemlich fein, bräun­lich. Fleisch gelblichweiß, fein, nicht gewürzt, saftig. Hoher Ertrag.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh. Pflückreife ab September. Genussreife ab Dezember bis April.

    Gesundheit

    Anfällig für Mehltau, Fruchtkrankheiten, Spinnmilben.

    Verwendung

    Sehr guter Wirtschaftsapfel. Guter Tafelapfel, aber Frucht druckempfindlich.


    Wöbers Rambour

    Herkunft, Doppelnamen

    Um 1910/20 in Trennfurth am Main von Hermann Wöber gefunden.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anspruchslos an Boden und Klima, wider­standsfähige Sorte für Grenzlagen. Starker Wuchs, Krone breit und groß. Wenig Pflege­aufwand erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Großer bis sehr großer Apfel. Schale mit hell­grüner Grundfarbe, orangebraun geflammt. Fleisch fruchtig, feinsäuerlich. Ertrag hoch und regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh. Pflückreife Ende September / Anfang Oktober. Genussreife ab Januar bis April.

    Gesundheit

    Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Sehr guter Wirtschaftsapfel, guterTafelapfel.

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    Birnen

    Alexander Lucas:: Bosc's Flaschenbirne:: Clapp's Liebling:: Gellert's Butterbirne:: Gräfin von Paris:: Gute Graue:: Highland:: Köstliche von Charneu:: Madame Verté:: Mollebusch:: Oberösterreichische Weinbirne:: Pastorenbirne


    Alexander Lucas

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, 1870 von Alexandre Lucas in einem Wald an der Loire (Frankreich) gefun­den. Doppelnamen Alexander Lucas Butter­birne, Beurré Alexandre Lucas.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt gut durchlüftete, frische, nährstoff­reiche Lehmböden in warmen Lagen, gedeiht aber noch in geschützten Höhenlagen. Wuchs mittelstark, später schwach, Krone hoch­pyramidal. Benötigt sorgfältige Schnittpflege.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße bis sehr große, kegelförmige, klo­bige Frucht. Schale glatt, glänzend, grünlich­gelb, später gelb, sonnenseits gerötet. Zahl­reiche Schalenpunkte. Fleisch weiß, sehr saftig, halbschmelzend, schwaches süßes Aroma. Ertrag mittelfrüh, hoch, regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh, wenig frostempfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife ab Ende September. Genussreife ab Oktober bis Dezember.

    Gesundheit

    Ziemlich widerstandsfähig gegen Schädlinge. Anfällig für Feuerbrand und Schorf, die Virosen Adernvergilbung und Steinfrüchtigkeit. Auf feuchtwarmen Standorten anfällig für Blatt- und Fruchtschorf.

    Verwendung

    Sehr gute, großfrüchtige Winterbirne für Tafel und Konservierung. Frucht druckempfindlich.


    Bosc’s Flaschenbirne

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, 1793 im Wald von Apremont (Mittelfrankreich) gefunden. Doppelnamen Beurré Bosc, Calebasse Bosc, Kaiser Alexan­derbirne, Kaiserbirne, Kaiserkrone u.v.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt gut durchlüftete, frische, nährstoff­reiche Böden in warmen Lagen, noch für mittlere Höhenlagen. Wuchs mittelstark, Krone pyramidal, Äste steil, später hängend. Benötigt regelmäßige Schnittpflege.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Große, flaschenkürbisförmige Frucht. Schale hellgrün, später zimtfarbig berostet, hellbraun punktiert. Fleisch gelblichweiß, schmelzend, saftig, sehr süß, fein gewürzt. Spät einsetzen­der Ertrag, dann mittelhoch.

    Blüte, Reife

    Blüte spät, langanhaltend, wenig frostempfind­lich. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Anfang Oktober. Genussreife ca. drei Wochen.

    Gesundheit

    Anfällig für Feuerbrand, in luftfeuchten Lagen für Fruchtschorf. Holzfrostfest.

    Verwendung

    Ausgezeichnete Tafelbirne, gute Wirtschafts­frucht.


    Clapps Liebling

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, vermutlich aus der Sorte ‘Holzfarbige Butterbirne’ hervorgegangen. Vor 1860 von Clapp in Dorchester (USA) gezogen. Doppelnamen Clapps Favorite.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt tiefgründigen, humosen, nährstoff­reichen Lehmboden, gedeiht aber auch noch in Höhenlagen. Kräftiger, gesunder Wuchs, breit­pyramidale Krone. Frühzeitiger, regelmäßiger Rückschnitt erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Sehr große, etwas beulige Frucht. Schale glän­zend, hellgrün, später gelblichgrün, sonnenseits intensiv rot gestreift. Schalenpunkte zahl­reich, fein, grün. Fleisch gelblichweiß, fein, saftreich, schmelzend, süß, angenehm gewürzt. Ertrag früh, hoch, regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelspät, langanhaltend, ziemlich unempfindlich. Gute Befruchtersorte. Pflückreife ab Mitte August. Genussreife ca. drei Wochen.

    Gesundheit

    Wenig anfällig für Krankheiten, auf luftfeuch­ten Standorten jedoch schorfempfindlich. An­fällig für Feuerbrand. Etwas holzfrostempfind­lich.

    Verwendung

    Ausgezeichnete Tafelbirne.


    Gellerts Butterbirne

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, um 1820 von Bonnet im fran­zösischen Boulogne-sur-Mer entdeckt. Doppel­namen Beurré Hardy, Hardys Butterbirne, Poire Hardy.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Keine besonderen Ansprüche an Klima und Boden, außer schlecht durchlüftete Böden. Noch für raue Lagen geeignet. Wuchs sehr stark, Krone hochpyramidal, Holz frosthart. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Große, abgestumpft kegelförmige Frucht. Schale fein, rau, gelblichgrün, später gelb mit zahlreichen Punkten und Rost bedeckt. Fleisch gelblichweiß, in der Mitte feinkörnig, sehr saftig, schmelzend, erfrischend weinig süß. Sehr später Ertrag, dann hoch, unregelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelspät, langanhaltend, unempfind­lich. Gute Befruchtersorte Pflückreife ab Mitte September. Genussreife bis Ende Oktober

    Gesundheit

    In luftfeuchten Lagen anfällig für Schorf, Obstbaumkrebs, die Virosen Steinfrüchtigkeit und Ringfleckenmosaik, sowie für Birnverfall. Etwas feuerbrandanfällig. Neigung zur Stein­zellenbildung. Holzfrostfest.

    Verwendung

    Hervorragende Tafelbirne, gute Wirtschafts­frucht.


    Gräfin von Paris

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, 1893 von Foureine in Mittel­frankreich gezogen. Doppelnamen Comtesse de Paris.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anbau nur auf frischen, tiefgründigen, gut durchlüfteten Böden in warmer geschützter Lage. Mittelstarker Wuchs, pyramidale Krone, später breiter. Erziehungsschnitt und gelegent­licher Rückschnitt erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Große, längliche Frucht. Schale grün, auf guten Standorten gelb, zimtfarbig berostet. Zahl­reiche Schalenpunkte und Rostfiguren. Fleisch gelblich, schmelzend, saftig, süß, fein gewürzt. Ertrag setzt früh ein, ist hoch und regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte früh bis mittelfrüh, etwas frostempfind­lich. Guter Pollenspender. Pflückreife ab November. Genussreife bis Januar.

    Gesundheit

    Gute Frosthärte des Holzes, aber anfällig für Schorf, Birnverfall und Feuerbrand. In luft­feuchten Lagen etwas schorfanfällig. Neigt zur Steinzellenbildung.

    Verwendung

    Sehr gute Tafel- und Wirtschaftsfrucht. Eine der wertvollsten Winterbirnen.


    Gute Graue

    Herkunft, Doppelnamen

    Die Sorte schon im 17. Jahrhundert bekannt. Doppelnamen Eisenbart, Grauchen, Graue Sommerbutterbirne, Grisbirne, Judenbirne, Pickelsbirne, Schöne Gabriele, Weinbirne u.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Geringe Ansprüche an Boden und Klima, bevorzugt aber gute Böden. Auch für raue Lagen geeignet. Baum mit sehr starkem Wuchs, der ungewöhnlich alt werden kann. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Kleine bis mittelgroße Frucht. Schale grasgrün bis gelbgrün, später völlig zimtbraun berostet. Schalenpunkte stark, weißgrau bis gelbbraun. Fleisch mattweiß, etwas körnig fein, saftig, schmelzend. Sehr guter Geschmack, etwas zimtartig gewürzt. Ertrag spät, regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh etwas witterungsempfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Anfang September. Genussreife maximal zwei Wochen.

    Gesundheit

    Ziemlich widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Neigung zur Steinzellenbil­dung. Holzfrostfest.

    Verwendung

    Hervorragende Tafelbirne, gute Wirtschafts­frucht.


    Highland

    Herkunft, Doppelnamen

    Züchtung aus den USA von 1944, Kreuzung zwischen Williams und Vereinsdechant.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Braucht geschützte Lagen. Starker Wuchs, Krone groß, hochgebaut. Verlangt regelmäßige Pflege zur Förderung der Verzweigung.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße Birne. Schalengrundfarbe gelb, sonnenseits zart rosa, feine Berostung. Fleisch mit gutem Geschmack, kräftiges Aroma. Mittlerer Ertrag.

    Blüte, Reife

    Blüte spät, frostempfindlich. Pflückreife ab Mitte September. Genussreife Oktober bis Dezember.

    Gesundheit

    Ziemlich widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Gute Tafelbirne.


    Köstliche von Charneu

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, um 1800 von Légipont bei Charneu in Belgien gefunden. Doppelnamen Bürgermeisterbirne, Graßhoffs Leckerbissen, Légipont, Poire de Charneu, Waterloo.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt frische, gut durchlüftete Böden. Geschützt auch noch in Höhenlagen geeignet. Starker Wuchs, schmale Krone. Später wegen der Neigung zur Bildung von Wasserschossen sorgfältiger Rückschnitt erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Große ei- oder kegelförmige Frucht. Schale fein, grüngelblich, später gelb, sonnenseits etwas gerötet. Zahlreiche braune Schalen­punkte. Fleisch gelblichweiß, sehr fein, sehr saftig. Ertrag spät, aber hoch und regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh, etwas frostempfindlich. Guter Pollen­spender. Pflückreife ab Anfang Oktober. Genussreife bis November.

    Gesundheit

    Nachblüten anfällig für Feuerbrand. Holz empfindlich gegen tiefen Winterfrost. Etwas schorfanfällig. Ziemlich holzfrostfest.

    Verwendung

    Sehr gute Tafel-, gute Wirtschaftsbirne.


    Madame Verté

    Herkunft, Doppelnamen

    1810 bei Brüssel in Belgien gefunden. Doppelnamen Besi de Caen, Beurré de Caen.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima. Auch für raue, aber geschützte Lagen noch geeignet. Mittelstarker, lockerer Wuchs. Nach Erziehungsschnitt nur gelegentliches Auslichten erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße, abgestumpfte Frucht. Schale dick, rau, mattglänzend, gelb, sonnenseits matt gerötet, später rau berostet, zahlreiche Scha­lenpunkte. Fleisch gelblichweiß, angenehm süß, gutes Aroma. Spät einsetzender Ertrag, dann regelmäßig und hoch.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelspät, weitgehend unempfindlich. Guter Pollen­spender. Pflückreife ab Ende Oktober. Genussreife bis Januar.

    Gesundheit

    Recht widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten. Etwas feuerbrandanfällig. Nei­gung zur Steinzellenbildung. Holzfrostfest.

    Verwendung

    Sehr gute Wirtschaftsfrucht.


    Mollebusch

    Herkunft, Doppelnamen

    Alte Lokalsorte hauptsächlich in Unterfranken und Südhessen.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anbau auf guten Böden. Starker Wuchs, große, hohe Krone. Gelegentliches Auslichten erfor­derlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße, hochkugelige Frucht. Schale dick, Fleisch um das Kernhaus etwas steinig. Guter Geschmack. Hoher Ertrag.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh. Guter Pollenspender. Pflückreife September. Genussreife bis November.

    Gesundheit

    In ungünstigen Lagen etwas schorfanfällig. Feuerbrandempfindlich, in Höhenlagen meist weniger.

    Verwendung

    Gute Tafel- und Wirtschaftsfrucht.


    Oberösterreichische Weinbirne

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, wahrscheinlich aus den zahl­reichen Mostbirnensämlingen in Oberöster­reich. Doppelnamen Kärntner Speckbirne.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anspruchslos an Boden und Klima. Auch für raue Lagen, aber keine Spätfrostlagen. Sehr starker Wuchs, breite, hochkugelige Krone. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich, im Alter gelegentliches Auslichten.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Kleine bis mittelgroße Frucht. Schale gelbgrün, zahlreiche Schalenpunkte. Fleisch gelblich­weiß, sehr saftig, hervortretende Säure bei aus­reichendem Zuckergehalt. Ertrag setzt mittel­früh ein und ist hoch.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelspät, etwas spätfrostgefährdet. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte Oktober. Verarbeitung ab November bis Dezember.

    Gesundheit

    Sehr robust. Widerstandsfähig gegen Krank­heiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Sehr gute Mostbirne und Dörrfrucht.


    Pastorenbirne

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, um 1760 in Mittelfrankreich von Pfarrer Leroy gefunden. Doppelnamen , Caßlerbirne, Flaschenbirne, Glockenbirne, Pater Notte, Schöne Andreine u.v.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt tiefgründige, humose, frische Lehm­böden und warmes Klima, gedeiht aber noch in Höhenlagen. Starker Wuchs, breitpyramidale Krone. Erziehungsschnitt und regelmäßiger Verjüngungsschnitt erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Langgestreckte, flaschenförmige Frucht. Scha­le graugrün, später grünlichgelb bis hellgelb. Auffallender, schmaler Roststrich. Fleisch gelblichweiß, halbschmelzend, meist saftig, schwach süß, schwaches Aroma. Mittelfrüher, sehr hoher Ertrag.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh, langanhaltend, witterungs­unempfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife ab Ende Oktober. Genussreife November bis Januar.

    Gesundheit

    In feuchten Lagen anfällig für Schorf und Spitzendürre.

    Verwendung

    Gute Tafelbirne, sehr gute Koch-, Saft- und Dörrfrucht.

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    Süßkirschen

    Burlat:: Frühe Rote Meckenheimer:: Große Prinzessin:: Große Schwarze Knorpelkirsche:: Hedelfinger Riesenkirsche:: Kordia:: Regina:: Teickners Schwarze Herzkirsche


    Burlat

    Herkunft, Doppelnamen

    In den 30er Jahren von Mr. Burlat , einem An­bauer aus dem unteren Rhonetal als Zufalls­sämling entdeckt. Doppelnamen Bigareau Burlat, Bigarreau Hàtif Burlat.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt frische nährstoffreiche Böden, warme Lagen. Sehr starkwüchsig, besonders anfangs. Krone ausladend breitkugelig. Kaum Pflege erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Frucht sehr groß, flachkugelig, ziemlich platz­fest. Haut leuchtend rot bis dunkelrot. Fleisch hellrot bis braunrot, mittelfest bis fest, saftig, gut stein­lösend. Geschmack angenehm süß, wenig säuerlich, leicht aromatisch.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh. Guter Pollenspender. Pflückreife 2. bis 3. Juni-Woche.

    Gesundheit

    Keine Krankheiten und Mängel bekannt. Aber bei anhaltenden Feuchtigkeit und Wärme kann Monilia-Fruchtfäule auftreten.

    Verwendung

    Frischverzehr.


    Frühe Rote Meckenheimer

    Herkunft, Doppelnamen

    Findling aus Meckenheim in der Pfalz. Seit 1960 zunächst versuchsweise im Anbau. Doppelnamen Rote oder Frühe Mecken­heimer.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt frische, nährstoffreiche Lehmböden, warme Lagen. Auch in mittleren Höhenlagen noch anbauwürdig. Zunächst starker Wuchs, später nachlassend, breitpyramidale Krone. Später gelegentlich Verjüngungsschnitt.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Frucht groß bis sehr groß. Haut dünn, zäh, dunkelbraunrot, bei Vollreife schwarzrot. Fleisch dunkelrot, weich bis mittelfest, stark saftend, gut steinlösend, feinwürzig, sehr aromatisch, pikant. Früher Ertrag und von Anfang an hoch.

    Blüte, Reife

    Blüte früh, kurz. Guter Pollenspender. Pflückreife 2. bis 3. Juni-Woche. Genussreife ab Dezember bis Sommermonate.

    Gesundheit

    Weitgehend resistent gegen Schädlinge und Krankheiten. Reifezeitbedingt frei von Maden. In nassen Jahren Fruchtmonilia gefährdet.

    Verwendung

    Frischverzehr, Konservierung, Saftherstellung.


    Große Prinzessin

    Herkunft, Doppelnamen

    Herkunft unbekannt. Doppelnamen Zaber­mannskirsche, Große Scheckenkirsche, Große Bunte Herzkirsche.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Nicht auf schweren und nassen Böden, liebt Kalk. Verlangt warme, geschützte Lagen. Anfangs starker Wuchs, breite Krone.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Große herzförmige Frucht. Haut hell-gelbrot. Fleisch süß mit feiner Säure, farbloser Saft. Ertrag hoch bis sehr hoch, sicher.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh, guter Pollenspender. Pflückreife 3. - 4. Juni-Woche

    Gesundheit

    Auf zusagenden Standort gesund, sonst Neigung zu Spitzendürre und Gummifluss.

    Verwendung

    Frischverzehr, gute Konservenfrucht.


    Große Schwarze Knorpelkirsche

    Herkunft, Doppelnamen

    Sehr alte, vermutlich aus Frankreich stam­mende Sorte. Seit dem letzten Jahrhundert in Deutschland. Doppelnamen Bigarreau Noir, Diemitzer Knorpel, Weilheimer Riesen.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anbau auf frischen, gut durchlüfteten und nährstoffversorgten Böden. Bevorzugt warme, frostfreie Lagen. Auf anderen Standorten auch noch befriedigende Erträge. Starker Wuchs. Kaum Pflege erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße bis große Frucht. Haut rotbraun, bei Vollreife schwarz, fein punktiert, glänzend. Fleisch rotbraun bis schwarzrot, sehr fest, wenig saftend, schlecht steinlösend. Ge­schmack sehr süß, in Trockenjahren schwach feinsäuerlich. Ab 5. Standjahr reicher Ertrag.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelfrüh, kurz, relativ spätfrostsicher. Guter Pollenspender, braucht aber z.B. ‘Hedel­finger Riesenkirsche’ zur Befruchtung. Pflückreife 1. - 2 Juli-Woche.

    Gesundheit

    Wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Gelegentlich Spitzendürre bzw. Vertrocknen einzelner älterer Astpartien.

    Verwendung

    Frischverzehr, Konservierung.


    Hedelfinger Riesenkirsche

    Herkunft, Doppelnamen

    Die Sorte ist ein Sämling unbekannter Her­kunft, in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Hedelfingen bei Stuttgart entstanden. Doppel­namen Nußdorfer Schwarze, Wahler Kirsche.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Sehr anpassungsfähige Sorte. Sowohl in war­men als auch kühlen Regionen. Bevorzugt frische Böden. Anfangs sehr starkwüchsig, später nachlassend. Hoch- bis breitkugelige Krone. Kaum Pflege erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße bis sehr große Frucht. Haut kräftig, hellrot, bei Vollreife braunrot. Fleisch fest, knackend, bräunlich-violett, mäßig saftig. Geschmack süßsäuerlich, herzhaft. Spät ein­setzender Ertrag, dann hoch und regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte spät, kurz, geschlossene Blüte relativ spätfrostsicher. Guter Pollenspender. Geeig­nete Befruchtersorte ‘Schwarze Knorpel’. Pflückreife 1. bis 2. Juli-Woche.

    Gesundheit

    Wenig anfällig für Krankheiten und Schäd­linge. Gelegentlich sterben an alten Bäumen vereinzelt Äste ab.

    Verwendung

    Frischverzehr.


    Kordia

    Herkunft, Doppelnamen

    Als Zufallssämling Anfang der 60er Jahre in Nordböhmen gefunden.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anspruchslos an Boden und Klima, nicht für spätfrostgefährdete Lagen. Starker Wuchs mit breitausladender Krone.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Große herzförmige Frucht, sehr platzfest. Haut braunviolett, glänzend. Fleisch hart und knorpelig, mäßig saftig, sehr wohlschmeckend süßsäuerlich, aromatisch. Früher Ertrag, hoch und regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelspät, spätfrostgefährdet. Pflückreife 1. bis 2. Juliwoche.

    Gesundheit

    Sehr robust gegen Krankheiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Frischverzehr, gute Konservenfrucht, sehr gut transportfähig.


    Regina

    Herkunft, Doppelnamen

    Züchtung aus Hannover in Jork von 1977.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima, auch für kühlere Lagen. Mittelstarker Wuchs, steile Äste, hochrunde Krone.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Große breit-herzförmige Frucht. Haut dunkel­braunrot. Fleisch saftig-süß, aromatisch, platzt und fault kaum. Ertrag sehr früh, sehr hoch und regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte sehr spät, frostsicher. Pflückreife 3. - 4. Juli-Woche.

    Gesundheit

    Sehr robust gegen Krankheiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Frischverzehr, sehr gut transportfähig.


    Teickners Schwarze

    Herkunft, Doppelnamen

    Ein Zufallssämling aus der Baumschule Wil­helm Teickner. Seit 1936 im Anbau.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt frische, nährstoffreiche Böden, warme geschützte Lagen. In anderen Lagen Abstriche bei der Fruchtgröße. Mittelstarker bis starker Wuchs, hochkugelige Krone. Gelegentlicher Rückschnitt erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroß bis groß, stumpf-herzförmig, gleichmäßig. Haut dünn, glänzend, braunvio­lett bis schwarzbraun. Fleisch braunviolett, weich, gallertartig, stark saftend, mäßig stein­lösend. Süßsäuerlicher Geschmack, schwach aromatisch. Früher, hoher, sicherer Ertrag.

    Blüte, Reife

    Mittelfrühe, langanhaltende Blüte. Hervor­ragende Befruchtersorte. Pflückreife 3. bis 4. Juni-Woche.

    Gesundheit

    Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Frischverzehr und Konservierung.

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    Zwetschen, Renekloden, Mirabellen

    Bühler Frühzwetsche:: Große Grüne Reneklode:: Hauszwetsche in Typen:: Nancy Mirabelle


    Bühler Frühzwetsche

    Herkunft, Doppelnamen

    Zufallssämling, 1894 in Kappelwindeck bei Bühl in Baden gefunden. Doppelnamen Bühlertaler Frühzetsche.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Braucht warme Lagen mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit. Kräftiger Wuchs mit steilen Leitästen, dichte Krone. Verlangt sorgfältigen Pflegeschnitt.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße, eirunde Frucht. Haut bei Vollreife intensiv blau, zuvor trübbraunviolett, feine rostartige Punkte. Fleisch grüngelblich, fest, saftig schwach knorpelig, bedingt steinlösend, süß, angenehme, erfrischende Säure. Ertrag mittelfrüh, sehr hoch, etwas unregelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelspät, kurz, recht frostunempfind­lich. Gute Befruchtersorte. Pflückreife Mitte August.

    Gesundheit

    Recht widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Relativ holzfrostfest.

    Verwendung

    Wertvolle Frühsorte zum Frischverzehr.


    Große Grüne Reneklode

    Herkunft, Doppelnamen

    Sehr alte Sorte, vermutlich aus Armenien. Doppelnamen Große Reneklode, Reine Claude Doree, Reine Claude Abricot Vert, Zucker­pflaume u.v.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Braucht guten, kräftigen, ausreichend feuchten Boden, warme geschützte Lagen. Mittelstarker Wuchs, schräg aufwärts gerichtete Äste, später fast waagrecht, breitkugelige Krone.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße, kugelige Frucht. Haut grün bis gelblichgrün, einseitig schwach rötlich, schwach bereift. Fleisch gelblichgrün, fest, sehr saftreich, meist schlecht steinlösend, sehr süß, schwach säuerlich, edel gewürzt. Ertrag mittelfrüh, unterschiedlich, meist hoch.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelspät, kurz, wenig frosthart. Gute Befruchtersorte, braucht aber Fremdbefruch­tung z.B. mit Bühler Frühzwetsche. Pflückreife Ende August bis Mitte September.

    Gesundheit

    Anfällig für Rote Spinne, Pflaumenlaus, Pflaumenwickler und Scharkavirose. Wird gerne von Wespen benagt.

    Verwendung

    Ausgezeichnete Tafel- und Konservenfrucht. Sehr gut für Kompott, zum Dörren und für Marmeladen.


    Hauszwetsche

    Herkunft, Doppelnamen

    Stammt aus dem Altaigebirge und Turkestan. Seit dem 2. Jahrhundert in Mitteleuropa. Heute selektierte Typen. Doppelnamen Deutsche Hauszwetsche, Bauernpflaume u.v.a.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt feuchte Böden und humusreiche Tallagen. In trockenen Lagen Früchte deutlich kleiner. Mittelstark wachsender Baum, meist pyramidale Krone, neigt im Alter zur Ver­greisung. Regelmäßige Pflege erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Mittelgroße bis große Frucht. Haut braun- bis dunkelviolett, ledrig. Fleisch orangegelb bis dunkelgelb, mäßig saftig. Geschmack süß­säuerlich, leicht herb, kräftig aromatisch, feinwürzig. Früher, regelmäßiger Ertrag, bei mangelnder Pflege schwankend.

    Blüte, Reife

    Blüte spät, unempfindlich gegen tiefe Tem­peraturen, empfindlich gegen Nässe und Nebel. Pflückreife ab Anfang September.

    Gesundheit

    Anfällig für Scharkavirose. Bäume werden gerne von Roter Spinne und Plaumensägewespe befallen.

    Verwendung

    Frischverzehr, Backen, Konservierung.


    Nancy Mirabelle

    Herkunft, Doppelnamen

    Ursprung unbekannt, wahrscheinlich aus Asien eingeführt. In Frankreich seit 1490 im Anbau. Doppelnamen Gelbe Mirabelle, Mirabelle la Grosse, Mirabelle Petite, Mirabelle Abricotee.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt genügend nährstoffreiche, feuchte, durchlässige Böden. Warme, geschützte Lagen. Mittelstarker bis starker Wuchs. Krone muss regelmäßig ausgelichtet und verjüngt werden.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Frucht klein bis mittelgroß. Haut goldgelb, sonnenseits bräunlich bis rot verwaschen, dicht punktiert, gelbbläulich bereift. Fleisch gold­gelb bis rötlichgelb, fest mäßig saftig, sehr süß, gut gewürzt, gut steinlösend. Früher, regel­mäßiger Ertrag, gute Fruchtbarkeit.

    Blüte, Reife

    Blüte mittelspät bis spät. Sehr gute Be­fruchtersorte, selbstbefruchtend. Pflückreife ab Mitte August.

    Gesundheit

    Wenig anfällig gegen Gummifluss. Relativ resistent gegen Scharkavirose.

    Verwendung

    Sehr gut für Konservierung geeignet, aber auch zum Dörren und Brennen.

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    Sonstige

    Edel-Eberesche in Typen:: Speierling:: Walnuss (Sämling):: Walnuss (Veredelung Nr. 26)


    Edel-Eberesche

    Herkunft, Doppelnamen

    1810 in Spornhau im Mähren (Tschechien) gefunden. Doppelnamen Essbare Eberesche, Mährische Eberesche.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Anspruchslos, wächst auch noch auf nährstoff­armen, sauren Böden in rauen Lagen. Mittel­starker Wuchs, hochkugelige Krone. Kaum Pflege erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Fruchtdolden, Einzelfrüchte ca. 1cm, leuchtend rot. Fleisch bitterstofffrei, vitaminreich, be­sonders Vitamin C. Früh einsetzender, hoher Ertrag.

    Blüte, Reife

    Blüte Mai / Juni, spätfrostgefährdet. Gute Bienenweide. Pflückreife ab September.

    Gesundheit

    Keine Anfälligkeiten für Krankheiten und Schädlinge bekannt.

    Verwendung

    Herstellung von Saft und Geist, Marmelade.


    Speierling

    Herkunft, Doppelnamen

    Nach der Eiszeit vermutlich aus Südfrankreich eingewandert. Doppelnamen Escheritzen­baum, Schmerbirne, Sperbaum, Sperber, Spier­apfel, Spierbaum.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt kalkhaltige, nicht zu feuchte Böden, warme Lagen, gedeiht aber auch in Höhen­lagen. Zunächst birnenförmiger, später breit ausladender, großkroniger, dekorativer und langlebiger Baum. Kaum Pflege erforderlich.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Fruchtdolden. Je nach Typ kleine apfel- oder birnenförmige Frucht, 2 - 4cm, grünbräunlich bis gelbrot, sonnenseits oft gerötet, bereift. Fleisch gerbstoffreich. Ertag hoch, etwas un­regelmäßig.

    Blüte, Reife

    Gute Bienenweide. Pflückreife für Most noch unreif Anfang Sep­tember, für Geist nach dem 1. Frost.

    Gesundheit

    Gegen Krankheiten und Schädlinge weit­gehend resistent.

    Verwendung

    Mostbereitung und Verbesserung von Apfel­wein. Herstellung von Geist.


    Walnuss (Sämling)

    Herkunft, Doppelnamen

    Heimische Wildobstart. Stammt wahrschein­lich aus Vorder- und Mittelasien, dem Hima­laja und China. Die Römer verbreiteten die Walnuss nördlich der Alpen.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Bevorzugt milde Lagen, tiefgründige, aus­reichend feuchte Böden. Starkwüchsiger groß­kroniger Baum. Nur anfangs Erziehungsschnitt notwendig.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Die Nuss ist der Steinkern, in dem der vier­lappige Samen enthalten ist. Größe sehr unter­schiedlich. Ertrag beginnt ab dem 12. bis 15. Standjahr, dann unregelmäßig.

    Blüte, Reife

    Blüte frostempfindlich. Pflückreife ab Mitte Oktober. Genussreife bis in die Sommermonate.

    Gesundheit

    Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.

    Verwendung

    Zum Backen, Frischverzehr.


    Walnuss (Veredelung Nr. 26)

    Herkunft, Doppelnamen

    Sorte wurde in Geisenheim im Rahmen der Walnussselektion bearbeitet und unter der Zucht-Nr. 26 in den Handel gebracht.

    Standort, Wuchs, Pflege

    Verlangt tiefgründige Böden, winterfrostfreie, geschützte Lagen, insgesamt mildes Klima. Mittel- bis starkwüchsiger Baum. Geringer Pflegeaufwand.

    Frucht, Geschmack, Ertrag

    Nuss ist mittelgroß, umgekehrt eiförmig. Gut löslicher Kern, füllt die Schale völlig aus. Befriedigende bis gute Erträge.

    Blüte, Reife

    Blüte spät, nicht spätfrostgefährdet. Pflückreife ab Anfang Oktober. Genussreife bis in die Sommermonate.

    Gesundheit

    Etwas anfällig gegen pilzliche und bakterielle Krankheiten.

    Verwendung

    Zum Backen, Frischverzehr.

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    BEFRUCHTUNGSTABELLEN

    Geeignete Pollenspender für Apfelsorten

    Nr.Sorte Blütezeit Befruchtersorten
    1Bismarckapfel mittelfrüh Nr. 6, 14, 15
    2Brettacher spät Nr. 3, 8, 23
    3 Champagner Renette spät Nr. 6, 8
    4 Erbachhofer Weinapfel mittelspät Nr. 8, 9
    5 Florina mittelspät Nr. 8
    6 Gelber Bellefleur mittelfrüh Nr. 8, 14, 15
    7 Gewürzluiken spät Nr. 3, 8, 23
    8 Goldparmäne mittelspät Nr. 3, 6, 15
    9 Goldrenette von Blenheim mittelspät Nr. 3, 6, 15
    10 Graue Französische Renette mittelfrüh Nr. 8
    11 Hilde mittelfrüh keine Angaben vorhanden
    12 Himbacher Grüner mittelspät nicht untersucht
    13 Jakob Fischer früh nicht untersucht
    14 Kaiser Wilhelm mittelfrüh Nr. 6, 8, 15
    15 Landsberger Renette mittelfrüh Nr. 6, 8
    16 Lohrer Rambour mittelspät nicht untersucht
    17 Pilot mittelspät Golden Delicious
    18 Reichelsheimer Mostapfel spät keine Angaben vorhanden
    19 Rheinische Schafsnase mittelfrüh nicht untersucht
    20 Rheinischer Bohnapfel mittelfrüh Nr. 8
    21 Rheinischer Krummstiel spät keine Angaben vorhanden
    22 Rheinischer Winterrambour spät Nr. 8
    23 Rote Sternrenette spät Nr. 25
    24 Roter Eiserapfel spät Nr. 8, 25
    25 Roter Trierer Weinapfel spät Nr. 8, 15, 24
    26 Schöner von Boskoop früh Nr. 6, 8, 15
    27 Winterzitronenapfel mittelfrüh keine Angaben vorhanden
    28 Wöbers Rambour mittelfrüh keine Angaben vorhanden

    Weitere als Pollenspender geeignete Sorten

    Oldenburgfrüh
    Idared mittelfrüh
    James Grieve mittelfrüh
    Zuccalmaglio mittelfrüh
    Cox Orange mittelspät
    Golden Delicious mittelspät
    Jonathan mittelspät
    Ontario mittelspät
    Berlepsch spät
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    Geeignete Pollenspender für Birnen, Kirschen, Zwetschen

    1. Birnen

    Nr. Sorte Blütezeit Befruchtersorten
    1 Alexander Lucas mittelfrüh Nr. 2, 3, 4, ,9
    2 Bosc's Flaschenbirne spät Nr. 3, 8, 9
    3 Clapp's Liebling mittelspät Nr. 2, 4, 5, 8, 9
    4 Gellert's Butterbirne mittelspät Nr. 3, 8, 9
    5 Gräfin von Paris früh Nr. 2, 3, 4, 8, 9
    6 Gute Graue mittelfrüh Nr. 3, 4, 5, 8, 9
    7 Highland spät Conference, Williams
    8 Köstliche von Charneu mittelfrüh Nr. 2, 4, 5
    9 Madame Verté mittelspät Nr. 2, 4, 5, 8,
    10 Mollebusch mittelfrüh nicht untersucht
    11 Oberösterreichische Weinbirne mittelspät Nr. 3, 4, 8
    12 Pastorenbirne mittelfrüh Nr. 3, 4, 8

    2. Kirschen

    Nr. SorteBlütezeit Befruchtersorte
    1 Burlat mittelfrüh Nr. 3, 5
    2 Frühe Rote Meckenheimer früh Nr. 3, 5
    3 Große Prinzessin mittelfrüh Nr. 5
    4 Große Schwarze Knorpelkirsche mittelfrüh Nr. 3, 5
    5 Hedelfinger Riesenkirsche spät Schneiders Späte Knorpel
    6 Kordia mittelspät Nr. 5
    7 Regina sehr spät Schneiders Späte Knorpel
    8Teickners Schwarze Herzkirsche mittelfrüh Werdersche Braune

    3. Zwetschen, Reneklkoden, Mirabellen

    Nr. Sorte Blütezeit Befruchtersorte
    1 Bühler Frühzwetsche mittelspät selbstfruchtbar
    2 Große Grüne Reneklode mittelspät Nr. 1, 3, 4
    3Hauszwetsche spät selbstfruchtbar
    4 Nancy Mirabellemittelspät selbstfruchtbar

    Weitere als Pollenspender geeignete Sorten

    Birnen

    Gute Luise mittelspät
    Conference mittelfrüh
    Nordhäuser Winterforelle mittelfrüh
    Vereinsdechantsbirne mittelspät
    Williams Christbirne mittelspät

    Kirschen

    Büttners Rote Knorpelkirsche mittelfrüh
    Schneiders Späte Knorpelkirsche mittelspät
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    Pflanzgrube, Pflanzung

    Für eine gute Entwicklung der Obstbäume ist die Größe der Pflanzgrube von besonderer Bedeutung. Soll der Baum nicht über Jahre hinweg kümmern, muss die Pflanzgrube 80 x 80 cm breit und 50 cm tief ausgehoben werden. Besonders bei stark tonhaltigen Böden sollte die Pflanzgrube etwas größer ausfallen. Stark wurzelnde Gehölze wie Birne und Walnuss brauchen tiefere Pflanzgruben; die Wurzeln müssen ausreichend Platz haben. Beschädigte oder vertrocknete Baumwurzeln werden vor dem Pflanzen glatt bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten.

    Jeder junge Obstbaum braucht in den ersten 5 Jahren einen Baumpfahl zur Standsicherung. Dieser wird auf der Westseite des Baumes ca. 50 cm in den Boden eingeschlagen und darf nicht in die Baumkrone hineinragen, um Beschädigungen der Äste zu vermeiden. Mit einem Kokosstrick oder dauerelastischem Band wird der Baum kurz unterhalb des Kronenansatzes fest angebunden Bei Wühlmausgefahr kann man die Wurzeln mit einem engmaschigen Draht schützen.

    Danach Erde einfüllen und fest andrücken. Besonders wichtig ist das Anlegen einer ausreichend großen Gießmulde und das durchdringende Wässern des Obstbaumes (10 Liter je Baum).

    Abschließend erhält der Baum zum Schutz gegen Wildverbiss eine Drahthose. Auf Viehweiden empfiehlt sich ein zusätzlicher Schutz aus drei weiteren Pfählen, um die Stacheldraht bis in den Kronenbereich befestigt werden muss.

    Erziehungs-, Erhaltungsschnitt

    Nach der Pflanzung darf der Pflanzschnitt nicht vergessen werden. Dieser erfolgt auch bei Herbstpflanzung erst im Frühjahr. Der Pflanzschnitt ist für die Entwicklung des Kronenaufbaues und die Stabilität des Baumes entscheidend. Die Krone wird mit einem Mitteltrieb und 3 - 4 daran verteilten Seitentrieben aufgebaut, die etwa auf die Hälfte und auf eine Ebene (Saftwaage) eingekürzt werden.

    Bis zum 10. Standjahr sollte der junge Baum etwa alle 2 Jahre geschnitten werden, um Fehlentwicklungen zu korrigieren. Dazu werden außer dem Mitteltrieb und den 3 - 4 Leitästen alle überzähligen Zweige entfernt, zu steile Zweige schräg, zu flache hochgebunden (Winkel ca. 45 Grad) und auf Saftwaage geschnitten. Bei jungen Bäumen im Grasland sollten die Baumscheiben erhalten bleiben, eine Aufbaudüngung ist nur nach einem entsprechenden Bodenbefund erforderlich.

    Im Ertragsalter beschränkt sich der Schnitt auf das Auslichten und Entfernen zu dicht stehender oder kranker Äste alle 2 - 3 Jahre im Winter bei frostfreier Witterung. Bei größeren Schnittstellen ist sorgfältiges Nachschneiden und Wundverstrich erforderlich.

    In Streuobstwiesen hat der vorbeugende Pflanzenschutz Vorrang. Dazu gehören Nistkästen für Vögel, Anlegen von Leimringen zur Frostspannerbekämpfung und vieles mehr. Zur Verhütung von Frostschäden an Obstbäumen in sehr sonnigen Lagen schützt ein Anstrich mit Kalkmilch.

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    Staatliche Einrichtungen

    Die staatlichen Stellen beraten ausführlich über Eigenschaften der einzelnen Streuobstsorten und helfen bei Fragen zu Pflanzenkrankheiten.

    Landesbetrieb Landwirtschaft
    - Gartenbauberatungsschwerpunkt -
    Mainzer Straße 17
    65185 Wiesbaden

    Ansprechpartner
    Herr Trapp
    Telefon ( 0 611) 3 92 36 13

    oder

    Herr Völkel
    Telefon ( 0 611) 3 92 36 41

    Landesbetrieb Landwirtschaft
    - Pflanzenschutz -
    Scheffelstraße 11
    64385 Reichelsheim

    Ansprechpartner Herr Grasmück
    Telefon ( 0 61 64) 5 05 31

    Hessische Gartenakademie
    Geisenheim (ehemals Institut für Obstbau)
    Von-Lade-Straße 1
    65366 Geisenheim

    Ansprechpartner Herr Dr. Brühl
    Telefon ( 0 67 22) 50 28 61

    Obst- und Gartenbauvereine

    Die 13 Obst- und Gartenbauvereine im Odenwaldkreis erteilen gerne allgemeine Auskünfte zu den einzelnen Sorten. Sie beraten ferner bezüglich der Pflege von Streuobstbäumen. Stellvertretend seien hier für 4 Regionen des Kreises folgende Ansprechpartner genannt, die fachkundige Berater vor Ort vermitteln können

    Obst- und Gartenbauverein Erbach
    Berliner Straße 1a
    64711 Erbach

    Ansprechpartner Herr Bauer
    Telefon ( 0 60 62) 91 97 61

    Obst- und Gartenbauverein Fr.-Crumbach
    Lessingstraße 6
    64407 Fränkisch-Crumbach

    Ansprechpartner Herr Schulz
    Telefon ( 0 61 64) 27 56

    Obst- und Gartenbauverein Rothenberg
    Hauptstraße 13
    64757 Rothenberg

    Ansprechpartner Herr Schwab
    Telefon ( 0 62 75) 707

    Obst- und Gartenbauverein Sandbach
    Ernst-Ludwig-Straße 17
    64747 Breuberg

    Ansprechpartner Herr Speckardt
    Telefon ( 0 61 63) 35 73

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    VERWENDETE LITERATUR

    AUSWERTUNGS- UND INFORMATIONSDIENST FÜR ERNÄHRUNG; LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN e.V., Streuobstwiesen schützen, Bonn 1995

    AUSWERTUNGS- UND INFORMATIONSDIENST FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN e.V., Streuobstwiesen schützen, Bonn 1996

    BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR LANDESENTWICKLUNG UND UMWELTFRAGEN, Lebensraum Streuobstbestand, 1. Auflage, München 1988

    BUCHTER-WEISBRODT, Helga, Obst, die besten Sorten für den Garten, Eugen Ulmer Verlag Stuttgart 1993

    DEUTSCHER OBSTBAU, Fachzeitschrift, Frankfurt/Oder, 1940

    FORSCHUNGSANSTALT GEISENHEIM, Prüfung ökologisch angepaßter Tafel-, Most- und Extensivapfelsorten, Geisenheim 1994

    FISCHER, Manfred Farbatlas Obstsorten, Ulmer Verlag, Stuttgart 1995

    GÖTZ, Gerhard und SILBEREISEN, Robert, Obstsortenatlas, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 1989

    HESSISCHES LANDESAMT FÜR REGIONALENTWICKLUNG UND LANDWIRTSCHAFT, Empfehlungen für resistente, tolerante und robuste Obstsorten, Wetzlar 1994

    HESSISCHES LANDESAMT FÜR REGIONALENTWICKLUNG UND LANDWIRTSCHAFT, Obstsorten für Hessen, Kassel 1989

    HESSISCHES MINISTERIUM FÜR LANDWIRTSCHAFT, FORSTEN UND NATURSCHUTZ, Streuobstbau, 3. Auflage, Wiesbaden 1990

    LUKAS, OBERDIECK, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, Ulmer Verlag Stuttgart 1875

    MINISTERIUM FÜR UMWELT; RAUMORDNUNG UND LANDWIRTSCHAFT, Schützt die Obstwiesen, 2. Auflage, Düsseldorf 1992

    PETZOLD, Herbert, Apfelsorten, Neumann Verlag, Radebeul 1990

    PETZOLD, Herbert, Birnensorten, Neumann-Neudamm Verlag, Melsungen 1989

    RHÖNER APFELINITIATIVE e.V., Rhöner Streuobstprojekt, Burghaun 1997

    OBSTSORTIMENT FÜR DIE PROVINZ STARKENBURG, Arbeiten der Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen, Heft Nr. 19, Darmstadt 1915

    VOTTELER, Willi, Verzeichnis der Apfel- und Birnensorten, Obst- und Gartenbauverlag, München 1986

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    Herausgeber

    DER KREISAUSSCHUSS
    Amt für den ländlichen Raum (ALR)
    Scheffelstraße 11
    64385 Reichelsheim

    Bearbeitung und Gestaltung

    Hans Vogler, ALR Reichelsheim

    Fachliche Beratung

    Arbeitskreis "Streuobst" beim ALR Reichelsheim
    Dr. Norbert Clement, ALR Marburg

    Druck

    Eigendruck

    Weitere Informationen

    ALR Reichelsheim
    Hans Vogler
    Telefon ( 0 61 64) 505-56

    Reichelsheim, August 2005

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