9 = sehr gute Vitalität 1. Äpfel
2. Birnen
3. Kirschen
4. Zwetschen, Renekloden, Mirabellen
5. Sonstige
* = Sorten mit geringfügigen Einschränkungen bezüglich der Widerstandskraft gegen Krank- heiten und Schädlinge.
Äpfel
Bismarckapfel:: Brettacher:: Champagner Renette:: Erbachhofer Weinapfel:: Florina: Gelber Bellefleur:: Gewürzluiken:: Goldparmäne:: Goldrenette von Blenheim:: Graue Französische Renette:: Hilde:: Himbacher Grüner:: Jakob Fischer:: Kaiser Wilhelm:: Landsberger Renette:: Lohrer Rambour:: Pilot:: Reichelsheimer Mostapfel:: Rheinische Schafsnase:: Rheinischer Bohnapfel:: Rheinischer Krummstiel:: Rheinischer Winterrambour:: Rote Sternrenette:: Roter Eiserapfel:: Roter Trierer Weinapfel:: Schöner von Boskoop:: Winterzitronenapfel:: Wöbers Rambour
Bismarckapfel
Herkunft, Doppelnamen
Die Sorte entstand um 1870 in Neuseeland und kam 1888 nach Deutschland. Sie ist nicht identisch mit der Sorte ‘Fürst Bismarck’.
Standort, Wuchs, Pflege
Anbau nur auf guten Böden, dann auch noch in mittleren Höhenlagen. In der Jugend stark wachsend, später schwächer. Gelegentliche Verjüngungsschnitte notwendig.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Großfrüchtiger, plattrunder, schwachgerippter Winterapfel. Fruchtschale gelblich- bis weißgrünlich. Deckfarbe hellrot bis braunrot. Fruchtfleisch weiß, saftig, herb gewürzt mit erfrischender Säure. Ertrag mittelfrüh einsetzend, reich, ziemlich regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh, unempfindlich. Pflückreife ab Oktober. Genussreife bis März.
Gesundheit
Etwas anfällig für Mehltau, Schorf und Obstbaumkrebs.
Verwendung
Guter Wirtschaftsapfel, noch brauchbarer Tafelapfel.
Brettacher
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, um 1900 von Landwirt Kuttruff in Brettach bei Stuttgart gefunden. Eltern vermutlich ‘Champagner Renette’ und ‘Jakob Lebel’.
Standort, Wuchs, Pflege
Für warme und nährstoffreiche Böden. Gedeiht weniger gut auf schweren und nassen Böden. Nicht für Höhen über 500m. Starkwüchsiger Baum mit breiter Krone. Geringer Schnittaufwand, gelegentlich starker Rückschnitt.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Großfrüchtiger, plattrunder, schwachgerippter Winterapfel. Fruchtschale gelblich- bis weißgrünlich. Deckfarbe hellrot bis braunrot. Weiß, saftig, herb gewürzt mit erfrischender Säure. Mittelfrüh einsetzend, reich, ziemlich regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte spät. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Mitte bis Ende Oktober.Genussreife ab Februar bis März.
Gesundheit
Ziemlich widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel.
Champagner Renette
Herkunft, Doppelnamen
Alte französische Sorte aus der Champagne. Schon 1799 beschrieben und 1857 zum Anbau empfohlen. Doppelnamen Herrenapfel, Jahrapfel, Käsapfel, Mutterapfel, Silberapfel u.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Für nährstoffreiche, ausreichend feuchte, lockere Böden. Nicht für kalte Lagen. Bei ausreichender Wärme auch in mittleren Höhenlagen. Mittelstarker Wuchs, zweimaliger Rückschnitt genügt meist zum Kronenaufbau.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Großer, flachrunder, gleichmäßig gebauter Apfel. Flach verlaufende Rippen. Schale glatt, geschmeidig, später wachsgelb. Schalenpunkte fein, bräunlich. Fruchtfleisch ziemlich fest, weißlich, saftig, wenig gewürzt, erfrischende Säure. Ertrag früh und regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte spät, langanhaltend, unempfindlich. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte Oktober. Genussreife ab Dezember bis Mai.
Gesundheit
Kaum anfällig für Mehltau und Schorf. In feuchtkühlen Lagen und auf luftundurchlässigen Böden anfällig für Obstbaumkrebs.
Verwendung
Sehr guter Wirtschafts-, guter Tafelapfel, aber Frucht druckempfindlich.
Erbachhofer Weinapfel
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling aus dem Sauerland. Doppelnamen Erbachhofer Mostapfel.
Standort, Wuchs, Pflege
Ansprüche an den Boden gering, auch noch für schlechte Böden geeignet, wenn der Standort ausreichend warm ist. Kräftiger stark aufrechter Wuchs, mittelgroße Krone. Wenig pflegebedürftig.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Frucht mittelgroß. Fruchtschale glatt, gelb. Zur Reifezeit kräftig gerötet und gestreift. Fruchtfleisch fest, saftig, süßsäuerlich, würzig. Ertrag mittelhoch bis hoch, regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelspät. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Ende September. Verarbeitung bis Dezember.
Gesundheit
Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge
Verwendung
Ausgesprochener Mostapfel.
Florina
Herkunft, Doppelnamen
Schorfresistente Züchtung aus Frankreich und USA (1977). Doppelname Querina.
Standort, Wuchs, Pflege
Keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima. Starker Wuchs. Wenig Seitentriebbildung.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße Frucht. Schale gelbgrün, orangerot geflammt später dunkelrot. Fleisch fest, saftig, harmonisch. Hoher Ertrag, aber unregelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelspät. Guter Pollenspender. Pflückreife Oktober. Genussreife bis Dezember.
Gesundheit
Widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten.
Verwendung
Tafelapfel. Für Ökoanbau und Hausgärten zu empfehlen.
Gelber Bellefleur
Herkunft, Doppelnamen
In New Jersey (USA) Ende des 18. Jahrhunderts entstanden. Doppelnamen Blumenkalvill, Gelber Englischer Schönblühender, Schafsnase, Weidenapfel, Weißer Metzgerapfel u.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Beansprucht feuchten Boden. Bei zusagendem Boden auch noch für höhere Lagen geeignet. Wuchs schwach bis mittelstark, auffallend dünntriebig. Regelmäßig Erziehungsschnitt, später auslichten im Bauminnern erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroßer bis großer, ungleichmäßig gebauter Apfel. Schale grünlichgelb, später hell zitronengelb. Sonnenseite manchmal leicht gerötet. Fruchtfleisch gelblichweiß, fein, mürbe, angenehm gewürzt. Ertrag regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh. Pflückreife Ende Oktober. Genussreife ab November bis März.
Gesundheit
Etwas anfällig für Mehltau, Schorf, Blutlaus, und Krebs. Holzfrostfest.
Verwendung
Edler Tafelapfel, auch zur Verwertung geeignet.
Gewürzluiken
Herkunft, Doppelnamen
Alte Sorte, die in Württemberg seit langem bekannt ist. Herkunft unbekannt. Doppelnamen Gewürzluikenapfel.
Standort, Wuchs, Pflege
Die Sorte ist ziemlich anspruchslos, sollte aber wegen der hohen Ertragsleistung auf gutem Boden stehen. Anbau noch in mittleren Höhenlagen. Stark wachsender, langlebiger Baum. Nur in den ersten Jahren Schnittmaßnahmen.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße bis große Früchte, meist breit gebaut. Schale fest, glatt, gelblichgrün, später strohgelb und rot marmoriert. Dunkelbraune Schalenpunkte. Fleisch weiß, saftig, säuerlich, etwas süß, ausgeprägtes Aroma. Ertrag mittelfrüh einsetzend, dann hoch.
Blüte, Reife
Blüte spät, lang anhaltend und wenig empfindlich. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte bis Ende Oktober. Genussreife ab Dezember bis März.
Gesundheit
Anfällig für Schorf und bei ungünstigen Standortverhältnissen empfindlich für Obstbaumkrebs.
Verwendung
Beliebter Tafelapfel, ausgezeichneter Wirtschaftsapfel. Besonders gut für die Saftherstellung geeignet.
Goldparmäne
Herkunft, Doppelnamen
Die Sorte ist schon seit dem Mittelalter bekannt. Stammt vermutlich aus Frankreich. Doppelnamen Goldrenette, Herzogs Renette, Reine des Reinette, Wintergoldparmäne u.v.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Braucht gute Böden. Bei geschützter Lage auch noch in Höhenlagen brauchbar. Wuchs mittelstark, hochkugelige Krone. Krone muss regelmäßig ausgelichtet werden.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroßer gleichmäßiger Apfel. Schale glatt, glänzend, grünlichgelb bis gelb. Sonnenseite gerötet u. kräftig gestreift. Schalenpunkte fein, braun. Fleisch gelblichweiß, fein saftig, edel gewürzt. Wenig Säure, etwas Zucker. Ertrag setzt mittelfrüh ein, hoch, nicht regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelspät. Sehr guter Pollenspender. Pflückreife ab September. Genussreife ab Oktober bis Januar.
Gesundheit
Anfällig für Schorf, Mehltau, Obstbaumkrebs und Blutlaus.
Verwendung
Ausgezeichneter Tafelapfel, sehr guter Wirtschaftsapfel.
Goldrenette von Blenheim
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, um 1740 von Kemster bei Schloß Blenheim in England gefunden. Doppelnamen Belle d’Angers, Blenheim Orange, Blenheim Pippin, Woodstock Pippin.
Standort, Wuchs, Pflege
Liebt nährstoffreiche Böden in geschützter Lage. Starkwüchsiger Baum mit großer, breitausladender Krone. Gute Verzweigung, deshalb keine allzu häufigen Schnittmaßnahmen. Auslichten u. Freistellen der Äste erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Großer, gleichmäßiger Apfel. Schale glatt, glänzend, grüngelb, später goldgelb. Sonnenseite meist gerötet, wenig gestreift. Schalenpunkte fein, bräunlich. Fleisch gelblichweiß, fein, saftig, süßsauer, edler, nussartiger Geschmack. Ertrag spät, hoch und gleichmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh, frostempfindlich, Windschutz vorteilhaft. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Ende September bis Mitte Oktober. Genussreife ab November bis Januar.
Gesundheit
Die Sorte ist ziemlich schorffest. Anfällig für Stippe, Blutlaus und in luftfeuchten Lagen für Obstbaumkrebs.
Verwendung
Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel.
Graue Französische Renette
Herkunft, Doppelnamen
Eine sehr alte französische Sorte, die bereits im 15. Jahrhundert bekannt war. Doppelnamen Grauapfel, Grauer Kurzstiel, Herrengast, Pelzapfel, Lederapfel, Winter-Rabau u.v.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Verlangt tiefgründige, etwas feuchte Böden. Auf zusagenden Standorten kräftiger, gesunder Wuchs. Geeignet auch für raue Lagen. Geringer Pflegeaufwand.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroßer, flachrunder Apfel. Schale fein rau, grün, Sonnenseite trübrot. Schalenpunkte zahlreich, hell, häufig Rost. Fleisch grünlichgelb, fein, locker, etwas mehlig, saftreich, renettenartig gewürzt. Geruch etwas moschusartig. Ertrag regelmäßig und hoch.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh, kurz. Pflückreife ab Oktober. Genussreife ab November bis Januar. Neigt auf dem Lager sehr stark zum Welken.
Gesundheit
Widerstandsfähig auf zusagendem Standort.
Verwendung
Sehr guter Tafel und Wirtschaftsapfel.
Hilde
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling aus Norddeutschland. Neuere Sorte.
Standort, Wuchs, Pflege
Anspruchslos an Boden und Klima. Wuchseigenschaften noch weitgehend unbekannt, da neuere Sorte. Wenig Pflege erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Großer stumpfkegelförmiger Apfel. Schale grüngelb, schwach braunrot gestreift. Fleisch sauer, saftig. Hoher Ertrag, ziemlich regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh. Pflückreife Mitte bis Ende Oktober. Verwertung ab Oktober bis Frühjahr.
Gesundheit
Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Reiner Mostapfel.
Himbacher Grüner
Herkunft, Doppelnamen
1890 in Himbach Kreis Büdingen gefunden.
Standort, Wuchs, Pflege
Anspruchslos an Boden und Klima. Wuchs stark, später mittelstark. Wenig Pflege erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße Frucht. Schale grüngelb, sonnenseits leicht gerötet, zahlreiche helle Schalenpunkte. Fleisch spritzig, würzig, säuerlich. Ertrag hoch, etwas schwankend.
Blüte, Reife
Blüte spät. Pflückreife Ende Oktober. Verarbeitung bis Dezember.
Gesundheit
Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Most- / Wirtschaftsapfel.
Jakob Fischer
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, um 1903 von Jakob Fischer in Rottum, Kreis Biberach, gefunden. Doppelnamen Schöner bzw. Roter vom Oberland.
Standort, Wuchs, Pflege
Nicht für schwere und kalte Böden, sonst anspruchslos, für raue Lagen geeignet. Sehr starker, gesunder Wuchs, große breitpyramidale Krone. Erziehungs- und gelegentlicher Auslichtungsschnitt erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Großer bis sehr großer, flachrunder Apfel. Schale hellgelb meist gestreift bis marmoriert, zur Reifezeit leuchtend rot. Fleisch grünweißlich, lockerzellig, rasch bräunend, saftig, mit feinsäuerlichem Geschmack. Ertrag ab dem 6. Standjahr, aber nur jedes zweites Jahr hoch.
Blüte, Reife
Blüte früh und lang anhaltend. Etwas spätfrostempfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife ab September. Genussreife bis November.
Gesundheit
Wenig anfällig für Schorf und Mehltau.
Verwendung
Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel. Begrenzte Haltbarkeit.
Kaiser Wilhelm
Herkunft, Doppelnamen
1864 in einem Garten bei Solingen gefunden. Vermutlich ein Sämling von ‘Harberts Renette’. Seit 1877 im Anbau. Doppelnamen Empereur Guillaume, Wilhelmapfel.
Standort, Wuchs, Pflege
Bei ausreichender Feuchtigkeit für alle Böden geeignet, sonst recht anspruchslos. In windgeschützten Lagen bis 600m Höhe. Starker bis sehr starker Wuchs, große, breite Krone. Behutsamer Rückschnitt sonst starke Triebigkeit.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Großer, rundlicher Apfel. Schale meist glatt, glänzend, grünlichgelb, später gelb bis goldgelb, gerötet und etwas gestreift. Zahlreiche braune Schalenpunkte. Manchmal Rost. Fleisch gelblichweiß, fein, saftig, gewürzt. Sehr später Ertrag, dann sehr hoch und regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh, unempfindlich, sehr schön, langanhaltend. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Anfang Oktober. Genussreife Anfang Dezember bis März.
Gesundheit
Etwas anfällig für Schorf, Mehltau Krebs und Stippe.
Verwendung
Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel.
Landsberger Renette
Herkunft, Doppelnamen
Um 1850 in Landsberg a.d. Warthe (heute Polen) aus Samen gezogen. Doppelnamen Reinette de Landsberg, Reneta Gorzowska, Surprise.
Standort, Wuchs, Pflege
Keine besonderen Bodenansprüche. Bevorzugt Höhen- und Windlagen. Mittelstarker bis starker Wuchs, Krone breitkugelig. Regelmäßiges Auslichten der Krone und mäßiger Rückschnitt erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Meist mittelgroße Früchte, abgestumpft rundlich. Schale hellgrün, später hellgelb, sonnenseits leicht gerötet. Zahlreiche Schalenpunkte, fein, bräunlich. Fleisch gelblichweiß, locker, süßsäuerlich mit feinem, zartem Aroma. Mittelfrüher Ertrag, in jedem 2. Jahr hoch.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh unempfindlich, langanhaltend. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte Oktober. Genussreife ab Ende Oktober bis Februar.
Gesundheit
Schorfanfällig (in Höhenlagen selten), etwas anfällig für Stippe und Krebs.
Verwendung
Guter Tafel-, sehr guter Wirtschaftsapfel.
Lohrer Rambour
Herkunft, Doppelnamen
Stammt aus Süddeutschland, nach der Stadt Lohr am Main benannt. Doppelnamen Krumme Lore, Schweikheimer Rambour, Klosterrambour.
Standort, Wuchs, Pflege
Anspruchslos an Boden und Klima. Auch für raue Lagen geeignet. Mittelstarker Wuchs, breit ausladend. Wenig Pflegeaufwand.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Frucht groß, unregelmäßig, hoch gebaut. Schale gelbgrün, flächig dunkelrot. Fleisch säuerlich. Ertrag hoch, etwas unregelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh, ziemlich frosthart. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Oktober. Verarbeitung November bis Mai.
Gesundheit
Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Holzfrostfest
Verwendung
Most- / Wirtschaftsapfel.
Pilot
Herkunft, Doppelnamen
Gegen Schorf und Mehltau unempfindliche Züchtung aus Pillnitz von 1962.
Standort, Wuchs, Pflege
Für alle Lagen bis 400m Höhe. Schwacher bis mitttelstarker Wuchs. Breite, lockere Krone. Regelmäßiger Schnitt zur Fruchtasterneuerung notwendig.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroßer Apfel. Schale orangerot. Fleisch sehr fest, spritzig. Ertrag früh, hoch und regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittel bis spät, etwas frostempfindlich. Pflückreife Mitte Oktober. Genussreife Februar bis Juni.
Gesundheit
Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Holzfrostfest.
Verwendung
Guter Tafel- und Wirtschaftsapfel. Eher für Hausgärten geeignet.
Reichelsheimer Mostapfel
Herkunft, Doppelnamen
Herkunft unbekannt. Odenwälder Lokalsorte. Doppelnamen Weinapfel, Identität mit Gelber Trierer Weinapfel noch unklar.
Standort, Wuchs, Pflege
Anspruchslos an Boden und Klima. Starker Wuchs, Krone groß, breit ausladend, Stamm drehwüchsig. Nur gelegentlich Auslichtungsschnitt erforderlich, sonst wenig Pflege.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Kleine, gelbe Frucht, flachrund. Herber, süßsaurer Geschmack. Massenträger.
Blüte, Reife
Blüte spät. Pflückreife Anfang Oktober. Verarbeitung ab Oktober bis Frühjahr.
Gesundheit
Weitgehend widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Vereinzelt anfällig für Schorf. Im Jugendstadium etwas feuerbrandgefährdet.
Verwendung
Ausgezeichneter Mostapfel.
Rheinische Schafsnase
Herkunft, Doppelnamen
Rheinland und Franken. Doppelnamen Apfelmuser, Engelsapfel, Grenadier, Herrenapfel, Katzenkopf, Maatapfel, Odenwälder Schafsnase, Roßapfel u.v.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Geringe Ansprüche an Boden und Klima. Auch für raue Lagen. Mittelstarker Wuchs, aufrechte, breite, etwas sparrige Krone. Rückschnitt nur in den ersten Jahren erforderlich. Sonst keine Pflegemaßnahmen.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Großer kegelförmiger Apfel. Rippen fein, flach über die ganze Frucht. Schale glatt grünlichgelb, später hellgelb, sonnenseits gerötet, gestreift. Fleisch gelblichweiß, halbfein, saftig, nicht gewürzt. Früher Ertrag, mäßig und schwankend.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh. Pflückreife ab Mitte September. Genussreife bzw. Haltbarkeit bis Dezember.
Gesundheit
Etwas anfällig für Mehltau, Fruchtkrankheiten und Spinnmilben.
Verwendung
Hervorragender Wirtschaftsapfel.
Rheinischer Bohnapfel
Herkunft, Doppelnamen
Wahrscheinlich zwischen 1750 und 1800 am Mittelrhein entstanden. Doppelnamen Bohnapfel, Gros Bohn, Großer Bohnapfel, Jockerle.
Standort, Wuchs, Pflege
Anspruchslos, auch für raue Lagen geeignet. Anfangs stark, später mittelstark wachsend, großvolumige, kugelige Krone. Gelegentliches Auslichten, selten Verjüngung der Krone.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroßer, eiförmiger Apfel. Schale glatt, mattglänzend, grün, sonnenseits leicht gerötet, gestreift. Schalenpunkte fein, braun. Fleisch hellgelblich, halbfein, fest, nicht gewürzt, saftig. Etwas herber Geschmack, milde Säure. Später Ertrag, hoch, aber alternierend.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh, frosthart. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Ende Oktober. Genussreife ab Januar bis Sommermonate.
Gesundheit
Je nach Standort etwas krebs- und schorfanfällig. Holzfrostfest.
Verwendung
Hervorragender Wirtschaftsapfel, guter Mostapfel.
Rheinischer Krummstiel
Herkunft, Doppelnamen
Im Rheinland bei Köln entstanden, seit mindestens 200 Jahren bekannt. Doppelnamen Gestreifter Römer.
Standort, Wuchs, Pflege
Mittelgründige, frische, gut durchlüftete Böden. Bei ausreichender Wärme auch bis 500m Höhe. Starker Wuchs, große Krone mit breit überhängenden Zweigen. Erziehungsschnitt, später Auslichten erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroßer, hochrunder Apfel. Schale glatt, grünlichgelb, später zitronengelb, sonnenseits, stark gerötet, gestreift. Fleisch weiß, saftig, leicht gewürzt. Später Ertrag, dann sehr hoch.
Blüte, Reife
Blüte spät. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte Oktober. Genussreife ab Februar bis Mai.
Gesundheit
Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Baum kann sehr alt werden.
Verwendung
Bewährter Tafel- und Wirtschaftsapfel.
Rheinischer Winterrambour
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, wahrscheinlich vor 1800 in Belgien oder den Niederlanden entstanden. Doppelnamen Malmedyer, Menzenauer Jägerapfel, Rubiner, Teuringer, Winterkalvill u.v.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima, auch noch für raue Lagen. Mittelstarker bis starker Wuchs, große, ausladende Krone, sehr später Austrieb. Geringer Schnittaufwand.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Großer, flachrunder, meist unregelmäßiger Apfel, starke Rippen. Schale glatt hellgrün, später hellgelb und gerötet. Fleisch gelblichweiß, etwas grob bis halbfein, wenig Würze. Spät einsetzender, aber reicher Ertrag.
Blüte, Reife
Blüte spät, wenig spätfrostempfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte Oktober. Genussreife ab Dezember bis Mai.
Gesundheit
Etwas mehltauanfällig, in feuchten Lagen etwas anfällig gegen Obstbaumkrebs, sonst widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Sehr guter Wirtschaftsapfel, guter Tafelapfel.
Rote Sternrenette
Herkunft, Doppelnamen
Vor 1850 in den Niederlanden oder am Niederrhein entstanden. Doppelnamen Rote Sternrenette, Sternrenette
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt tiefgründige, feuchte, nährstoffreiche Böden. Auch für raue Lagen geeignet. Mittelstarker Wuchs, breitpyramidale bis hochkugelige Krone. Gelegentliches Auslichten erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroßer, gleichmäßig runder Apfel. Schale glatt, gelblichgrün, später Deckfarbe purpurrot, mit grüngelben Sternchen. Fleisch gelblichweiß, mittelfest, süßsäuerlich, parfümartiges Aroma. Ertrag mäßig hoch, unregelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte spät. Pflückreife Ende September. Genussreife Oktober bis Dezember.
Gesundheit
Generell geringe Anfälligkeit gegen Schädlinge und Krankheiten, neigt aber zu Stippe und vereinzelt zu Obstbaumkrebs. Ansonsten holzfrostfest.
Verwendung
Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel.
Roter Eiserapfel
Herkunft, Doppelnamen
Alte Sorte, die schon im 16. Jahrhundert nachgewiesen ist. Doppelnamen Bamberger, Brasilienapfel, Christapfel, Eisapfel, Klosterapfel, Kohlapfel, Mohrenkopf, Roter Krieger u.v.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Geringe Ansprüche an Boden und Klima. Auch für raue Lagen geeignet. Kräftiger gesunder Wuchs, große Krone. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroßer bis großer, rundlich kegelförmiger Apfel. Schale glatt, bläulich bereift, düster grün, später heller, sonnenseits intensiv gerötet. Fleisch gelblich, fein, mäßig saftig, wenig gewürzt. Sehr später Ertrag, dann hoch und ziemlich regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte spät, unempfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife ab Ende Oktober. Verarbeitung ab Dezember bis Sommer.
Gesundheit
Auf zusagenden Böden wenig empfindlich gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Sehr guter Wirtschaftsapfel.
Roter Trierer Weinapfel
Herkunft, Doppelnamen
Die Sorte entstand im Raum Trier. Doppelnamen Roter Holzapfel, Roter Trierer, Roter Triererischer Mostapfel, Roter Trierischer Weinapfel, Trankapfel.
Standort, Wuchs, Pflege
Gedeiht noch auf schlechten Böden und in sehr rauen Lagen. Sehr starker Wuchs, später schwächer. Krone hochrund, später breit. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Kleiner bis mittelgroßer, rundlicher Apfel. Schale derb und glatt, etwas glänzend, bräunlichgrün, später grünlichgelb, sonnenseits bräunlichrot. Fleisch grünlichgelb, fest, sehr saftig. Früh einsetzender Ertrag, regelmäßig, in jedem zweiten Jahr ungewöhnlich hoch.
Blüte, Reife
Blüte spät. Pflückreife November bis Dezember. Verarbeitung Dezember bis April.
Gesundheit
Auf zusagenden Standorten widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Sonst etwas anfällig für Feuerbrand.
Verwendung
Hervorragender Wirtschaftsapfel, noch brauchbarer Tafelapfel. Beste Kelterfrucht.
Schöner von Boskoop
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, 1856 in Boskoop (Niederlande) entstanden. Zwischenzeitlich zahlreiche Typen, bekannt vor allem Roter Boskoop. Doppelnamen Boskoop, Graue Winterrenette.
Standort, Wuchs, Pflege
Anbau nur auf genügend feuchten, nährstoffreichen Böden, in geschützten, frostfreien Lagen. Sehr starker Wuchs, große, breite Krone. Wegen starker Triebigkeit regelmäßig Sommerschnitt erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Großer bis sehr großer, rundlicher, meist ungleichmäßiger Apfel. Schale mattglänzend, meist berostet, hellgrün, später grünlichgelb, sonnenseits gerötet. Fleisch hellgelblich, saftig, kräftig renettenartig gewürzt. Ertrag zögernd einsetzend, dann sehr hoch, unregelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte früh bis mittelfrüh, witterungsempfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Ende September bis Mitte Oktober. Genussreife ab November bis April.
Gesundheit
Etwas anfällig für Mehltau, Obstbaumkrebs, Blutlaus und Stippe. Geringe schorfanfälligkeit.
Verwendung
Ausgezeichneter Tafelapfel. Hervorragender Back-, Koch- und Saftapfel. Herstellung von Geist.
Winterzitronenapfel
Herkunft, Doppelnamen
Alte Sorte aus Süddeutschland, schon vor 1800 bekannt. Doppelnamen Citron d’Hiver, Königs Renette, Reinette du Roi.
Standort, Wuchs, Pflege
Anspruchslos an Boden und Klima. Auch für raue Lagen geeignet. Sehr starker und gesunder Wuchs, Krone breit, hochgehend. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroßer bis großer, abgestumpft, rundlicher Apfel. Schale glatt, etwas fettig, grünlich, später zitronengelb, sonnenseits gerötet. Schalenpunkte zahlreich, ziemlich fein, bräunlich. Fleisch gelblichweiß, fein, nicht gewürzt, saftig. Hoher Ertrag.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh. Pflückreife ab September. Genussreife ab Dezember bis April.
Gesundheit
Anfällig für Mehltau, Fruchtkrankheiten, Spinnmilben.
Verwendung
Sehr guter Wirtschaftsapfel. Guter Tafelapfel, aber Frucht druckempfindlich.
Wöbers Rambour
Herkunft, Doppelnamen
Um 1910/20 in Trennfurth am Main von Hermann Wöber gefunden.
Standort, Wuchs, Pflege
Anspruchslos an Boden und Klima, widerstandsfähige Sorte für Grenzlagen. Starker Wuchs, Krone breit und groß. Wenig Pflegeaufwand erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Großer bis sehr großer Apfel. Schale mit hellgrüner Grundfarbe, orangebraun geflammt. Fleisch fruchtig, feinsäuerlich. Ertrag hoch und regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh. Pflückreife Ende September / Anfang Oktober. Genussreife ab Januar bis April.
Gesundheit
Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Sehr guter Wirtschaftsapfel, guterTafelapfel.
Birnen
Alexander Lucas:: Bosc's Flaschenbirne:: Clapp's Liebling:: Gellert's Butterbirne:: Gräfin von Paris:: Gute Graue:: Highland:: Köstliche von Charneu:: Madame Verté:: Mollebusch:: Oberösterreichische Weinbirne:: Pastorenbirne
Alexander Lucas
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, 1870 von Alexandre Lucas in einem Wald an der Loire (Frankreich) gefunden. Doppelnamen Alexander Lucas Butterbirne, Beurré Alexandre Lucas.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt gut durchlüftete, frische, nährstoffreiche Lehmböden in warmen Lagen, gedeiht aber noch in geschützten Höhenlagen. Wuchs mittelstark, später schwach, Krone hochpyramidal. Benötigt sorgfältige Schnittpflege.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße bis sehr große, kegelförmige, klobige Frucht. Schale glatt, glänzend, grünlichgelb, später gelb, sonnenseits gerötet. Zahlreiche Schalenpunkte. Fleisch weiß, sehr saftig, halbschmelzend, schwaches süßes Aroma. Ertrag mittelfrüh, hoch, regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh, wenig frostempfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife ab Ende September. Genussreife ab Oktober bis Dezember.
Gesundheit
Ziemlich widerstandsfähig gegen Schädlinge. Anfällig für Feuerbrand und Schorf, die Virosen Adernvergilbung und Steinfrüchtigkeit. Auf feuchtwarmen Standorten anfällig für Blatt- und Fruchtschorf.
Verwendung
Sehr gute, großfrüchtige Winterbirne für Tafel und Konservierung. Frucht druckempfindlich.
Bosc’s Flaschenbirne
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, 1793 im Wald von Apremont (Mittelfrankreich) gefunden. Doppelnamen Beurré Bosc, Calebasse Bosc, Kaiser Alexanderbirne, Kaiserbirne, Kaiserkrone u.v.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt gut durchlüftete, frische, nährstoffreiche Böden in warmen Lagen, noch für mittlere Höhenlagen. Wuchs mittelstark, Krone pyramidal, Äste steil, später hängend. Benötigt regelmäßige Schnittpflege.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Große, flaschenkürbisförmige Frucht. Schale hellgrün, später zimtfarbig berostet, hellbraun punktiert. Fleisch gelblichweiß, schmelzend, saftig, sehr süß, fein gewürzt. Spät einsetzender Ertrag, dann mittelhoch.
Blüte, Reife
Blüte spät, langanhaltend, wenig frostempfindlich. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Anfang Oktober. Genussreife ca. drei Wochen.
Gesundheit
Anfällig für Feuerbrand, in luftfeuchten Lagen für Fruchtschorf. Holzfrostfest.
Verwendung
Ausgezeichnete Tafelbirne, gute Wirtschaftsfrucht.
Clapps Liebling
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, vermutlich aus der Sorte ‘Holzfarbige Butterbirne’ hervorgegangen. Vor 1860 von Clapp in Dorchester (USA) gezogen. Doppelnamen Clapps Favorite.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt tiefgründigen, humosen, nährstoffreichen Lehmboden, gedeiht aber auch noch in Höhenlagen. Kräftiger, gesunder Wuchs, breitpyramidale Krone. Frühzeitiger, regelmäßiger Rückschnitt erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Sehr große, etwas beulige Frucht. Schale glänzend, hellgrün, später gelblichgrün, sonnenseits intensiv rot gestreift. Schalenpunkte zahlreich, fein, grün. Fleisch gelblichweiß, fein, saftreich, schmelzend, süß, angenehm gewürzt. Ertrag früh, hoch, regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelspät, langanhaltend, ziemlich unempfindlich. Gute Befruchtersorte. Pflückreife ab Mitte August. Genussreife ca. drei Wochen.
Gesundheit
Wenig anfällig für Krankheiten, auf luftfeuchten Standorten jedoch schorfempfindlich. Anfällig für Feuerbrand. Etwas holzfrostempfindlich.
Verwendung
Ausgezeichnete Tafelbirne.
Gellerts Butterbirne
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, um 1820 von Bonnet im französischen Boulogne-sur-Mer entdeckt. Doppelnamen Beurré Hardy, Hardys Butterbirne, Poire Hardy.
Standort, Wuchs, Pflege
Keine besonderen Ansprüche an Klima und Boden, außer schlecht durchlüftete Böden. Noch für raue Lagen geeignet. Wuchs sehr stark, Krone hochpyramidal, Holz frosthart. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Große, abgestumpft kegelförmige Frucht. Schale fein, rau, gelblichgrün, später gelb mit zahlreichen Punkten und Rost bedeckt. Fleisch gelblichweiß, in der Mitte feinkörnig, sehr saftig, schmelzend, erfrischend weinig süß. Sehr später Ertrag, dann hoch, unregelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelspät, langanhaltend, unempfindlich. Gute Befruchtersorte Pflückreife ab Mitte September. Genussreife bis Ende Oktober
Gesundheit
In luftfeuchten Lagen anfällig für Schorf, Obstbaumkrebs, die Virosen Steinfrüchtigkeit und Ringfleckenmosaik, sowie für Birnverfall. Etwas feuerbrandanfällig. Neigung zur Steinzellenbildung. Holzfrostfest.
Verwendung
Hervorragende Tafelbirne, gute Wirtschaftsfrucht.
Gräfin von Paris
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, 1893 von Foureine in Mittelfrankreich gezogen. Doppelnamen Comtesse de Paris.
Standort, Wuchs, Pflege
Anbau nur auf frischen, tiefgründigen, gut durchlüfteten Böden in warmer geschützter Lage. Mittelstarker Wuchs, pyramidale Krone, später breiter. Erziehungsschnitt und gelegentlicher Rückschnitt erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Große, längliche Frucht. Schale grün, auf guten Standorten gelb, zimtfarbig berostet. Zahlreiche Schalenpunkte und Rostfiguren. Fleisch gelblich, schmelzend, saftig, süß, fein gewürzt. Ertrag setzt früh ein, ist hoch und regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte früh bis mittelfrüh, etwas frostempfindlich. Guter Pollenspender. Pflückreife ab November. Genussreife bis Januar.
Gesundheit
Gute Frosthärte des Holzes, aber anfällig für Schorf, Birnverfall und Feuerbrand. In luftfeuchten Lagen etwas schorfanfällig. Neigt zur Steinzellenbildung.
Verwendung
Sehr gute Tafel- und Wirtschaftsfrucht. Eine der wertvollsten Winterbirnen.
Gute Graue
Herkunft, Doppelnamen
Die Sorte schon im 17. Jahrhundert bekannt. Doppelnamen Eisenbart, Grauchen, Graue Sommerbutterbirne, Grisbirne, Judenbirne, Pickelsbirne, Schöne Gabriele, Weinbirne u.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Geringe Ansprüche an Boden und Klima, bevorzugt aber gute Böden. Auch für raue Lagen geeignet. Baum mit sehr starkem Wuchs, der ungewöhnlich alt werden kann. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Kleine bis mittelgroße Frucht. Schale grasgrün bis gelbgrün, später völlig zimtbraun berostet. Schalenpunkte stark, weißgrau bis gelbbraun. Fleisch mattweiß, etwas körnig fein, saftig, schmelzend. Sehr guter Geschmack, etwas zimtartig gewürzt. Ertrag spät, regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh etwas witterungsempfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife Anfang September. Genussreife maximal zwei Wochen.
Gesundheit
Ziemlich widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Neigung zur Steinzellenbildung. Holzfrostfest.
Verwendung
Hervorragende Tafelbirne, gute Wirtschaftsfrucht.
Highland
Herkunft, Doppelnamen
Züchtung aus den USA von 1944, Kreuzung zwischen Williams und Vereinsdechant.
Standort, Wuchs, Pflege
Braucht geschützte Lagen. Starker Wuchs, Krone groß, hochgebaut. Verlangt regelmäßige Pflege zur Förderung der Verzweigung.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße Birne. Schalengrundfarbe gelb, sonnenseits zart rosa, feine Berostung. Fleisch mit gutem Geschmack, kräftiges Aroma. Mittlerer Ertrag.
Blüte, Reife
Blüte spät, frostempfindlich. Pflückreife ab Mitte September. Genussreife Oktober bis Dezember.
Gesundheit
Ziemlich widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Gute Tafelbirne.
Köstliche von Charneu
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, um 1800 von Légipont bei Charneu in Belgien gefunden. Doppelnamen Bürgermeisterbirne, Graßhoffs Leckerbissen, Légipont, Poire de Charneu, Waterloo.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt frische, gut durchlüftete Böden. Geschützt auch noch in Höhenlagen geeignet. Starker Wuchs, schmale Krone. Später wegen der Neigung zur Bildung von Wasserschossen sorgfältiger Rückschnitt erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Große ei- oder kegelförmige Frucht. Schale fein, grüngelblich, später gelb, sonnenseits etwas gerötet. Zahlreiche braune Schalenpunkte. Fleisch gelblichweiß, sehr fein, sehr saftig. Ertrag spät, aber hoch und regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh, etwas frostempfindlich. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Anfang Oktober. Genussreife bis November.
Gesundheit
Nachblüten anfällig für Feuerbrand. Holz empfindlich gegen tiefen Winterfrost. Etwas schorfanfällig. Ziemlich holzfrostfest.
Verwendung
Sehr gute Tafel-, gute Wirtschaftsbirne.
Madame Verté
Herkunft, Doppelnamen
1810 bei Brüssel in Belgien gefunden. Doppelnamen Besi de Caen, Beurré de Caen.
Standort, Wuchs, Pflege
Keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima. Auch für raue, aber geschützte Lagen noch geeignet. Mittelstarker, lockerer Wuchs. Nach Erziehungsschnitt nur gelegentliches Auslichten erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße, abgestumpfte Frucht. Schale dick, rau, mattglänzend, gelb, sonnenseits matt gerötet, später rau berostet, zahlreiche Schalenpunkte. Fleisch gelblichweiß, angenehm süß, gutes Aroma. Spät einsetzender Ertrag, dann regelmäßig und hoch.
Blüte, Reife
Blüte mittelspät, weitgehend unempfindlich. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Ende Oktober. Genussreife bis Januar.
Gesundheit
Recht widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten. Etwas feuerbrandanfällig. Neigung zur Steinzellenbildung. Holzfrostfest.
Verwendung
Sehr gute Wirtschaftsfrucht.
Mollebusch
Herkunft, Doppelnamen
Alte Lokalsorte hauptsächlich in Unterfranken und Südhessen.
Standort, Wuchs, Pflege
Anbau auf guten Böden. Starker Wuchs, große, hohe Krone. Gelegentliches Auslichten erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße, hochkugelige Frucht. Schale dick, Fleisch um das Kernhaus etwas steinig. Guter Geschmack. Hoher Ertrag.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh. Guter Pollenspender. Pflückreife September. Genussreife bis November.
Gesundheit
In ungünstigen Lagen etwas schorfanfällig. Feuerbrandempfindlich, in Höhenlagen meist weniger.
Verwendung
Gute Tafel- und Wirtschaftsfrucht.
Oberösterreichische Weinbirne
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, wahrscheinlich aus den zahlreichen Mostbirnensämlingen in Oberösterreich. Doppelnamen Kärntner Speckbirne.
Standort, Wuchs, Pflege
Anspruchslos an Boden und Klima. Auch für raue Lagen, aber keine Spätfrostlagen. Sehr starker Wuchs, breite, hochkugelige Krone. Kaum Pflegemaßnahmen erforderlich, im Alter gelegentliches Auslichten.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Kleine bis mittelgroße Frucht. Schale gelbgrün, zahlreiche Schalenpunkte. Fleisch gelblichweiß, sehr saftig, hervortretende Säure bei ausreichendem Zuckergehalt. Ertrag setzt mittelfrüh ein und ist hoch.
Blüte, Reife
Blüte mittelspät, etwas spätfrostgefährdet. Guter Pollenspender. Pflückreife ab Mitte Oktober. Verarbeitung ab November bis Dezember.
Gesundheit
Sehr robust. Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Sehr gute Mostbirne und Dörrfrucht.
Pastorenbirne
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, um 1760 in Mittelfrankreich von Pfarrer Leroy gefunden. Doppelnamen , Caßlerbirne, Flaschenbirne, Glockenbirne, Pater Notte, Schöne Andreine u.v.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt tiefgründige, humose, frische Lehmböden und warmes Klima, gedeiht aber noch in Höhenlagen. Starker Wuchs, breitpyramidale Krone. Erziehungsschnitt und regelmäßiger Verjüngungsschnitt erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Langgestreckte, flaschenförmige Frucht. Schale graugrün, später grünlichgelb bis hellgelb. Auffallender, schmaler Roststrich. Fleisch gelblichweiß, halbschmelzend, meist saftig, schwach süß, schwaches Aroma. Mittelfrüher, sehr hoher Ertrag.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh, langanhaltend, witterungsunempfindlich. Schlechter Pollenspender. Pflückreife ab Ende Oktober. Genussreife November bis Januar.
Gesundheit
In feuchten Lagen anfällig für Schorf und Spitzendürre.
Verwendung
Gute Tafelbirne, sehr gute Koch-, Saft- und Dörrfrucht.
Süßkirschen
Burlat:: Frühe Rote Meckenheimer:: Große Prinzessin:: Große Schwarze Knorpelkirsche:: Hedelfinger Riesenkirsche:: Kordia:: Regina:: Teickners Schwarze Herzkirsche
Burlat
Herkunft, Doppelnamen
In den 30er Jahren von Mr. Burlat , einem Anbauer aus dem unteren Rhonetal als Zufallssämling entdeckt. Doppelnamen Bigareau Burlat, Bigarreau Hàtif Burlat.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt frische nährstoffreiche Böden, warme Lagen. Sehr starkwüchsig, besonders anfangs. Krone ausladend breitkugelig. Kaum Pflege erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Frucht sehr groß, flachkugelig, ziemlich platzfest. Haut leuchtend rot bis dunkelrot. Fleisch hellrot bis braunrot, mittelfest bis fest, saftig, gut steinlösend. Geschmack angenehm süß, wenig säuerlich, leicht aromatisch.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh. Guter Pollenspender. Pflückreife 2. bis 3. Juni-Woche.
Gesundheit
Keine Krankheiten und Mängel bekannt. Aber bei anhaltenden Feuchtigkeit und Wärme kann Monilia-Fruchtfäule auftreten.
Verwendung
Frischverzehr.
Frühe Rote Meckenheimer
Herkunft, Doppelnamen
Findling aus Meckenheim in der Pfalz. Seit 1960 zunächst versuchsweise im Anbau. Doppelnamen Rote oder Frühe Meckenheimer.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt frische, nährstoffreiche Lehmböden, warme Lagen. Auch in mittleren Höhenlagen noch anbauwürdig. Zunächst starker Wuchs, später nachlassend, breitpyramidale Krone. Später gelegentlich Verjüngungsschnitt.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Frucht groß bis sehr groß. Haut dünn, zäh, dunkelbraunrot, bei Vollreife schwarzrot. Fleisch dunkelrot, weich bis mittelfest, stark saftend, gut steinlösend, feinwürzig, sehr aromatisch, pikant. Früher Ertrag und von Anfang an hoch.
Blüte, Reife
Blüte früh, kurz. Guter Pollenspender. Pflückreife 2. bis 3. Juni-Woche. Genussreife ab Dezember bis Sommermonate.
Gesundheit
Weitgehend resistent gegen Schädlinge und Krankheiten. Reifezeitbedingt frei von Maden. In nassen Jahren Fruchtmonilia gefährdet.
Verwendung
Frischverzehr, Konservierung, Saftherstellung.
Große Prinzessin
Herkunft, Doppelnamen
Herkunft unbekannt. Doppelnamen Zabermannskirsche, Große Scheckenkirsche, Große Bunte Herzkirsche.
Standort, Wuchs, Pflege
Nicht auf schweren und nassen Böden, liebt Kalk. Verlangt warme, geschützte Lagen. Anfangs starker Wuchs, breite Krone.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Große herzförmige Frucht. Haut hell-gelbrot. Fleisch süß mit feiner Säure, farbloser Saft. Ertrag hoch bis sehr hoch, sicher.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh, guter Pollenspender. Pflückreife 3. - 4. Juni-Woche
Gesundheit
Auf zusagenden Standort gesund, sonst Neigung zu Spitzendürre und Gummifluss.
Verwendung
Frischverzehr, gute Konservenfrucht.
Große Schwarze Knorpelkirsche
Herkunft, Doppelnamen
Sehr alte, vermutlich aus Frankreich stammende Sorte. Seit dem letzten Jahrhundert in Deutschland. Doppelnamen Bigarreau Noir, Diemitzer Knorpel, Weilheimer Riesen.
Standort, Wuchs, Pflege
Anbau auf frischen, gut durchlüfteten und nährstoffversorgten Böden. Bevorzugt warme, frostfreie Lagen. Auf anderen Standorten auch noch befriedigende Erträge. Starker Wuchs. Kaum Pflege erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße bis große Frucht. Haut rotbraun, bei Vollreife schwarz, fein punktiert, glänzend. Fleisch rotbraun bis schwarzrot, sehr fest, wenig saftend, schlecht steinlösend. Geschmack sehr süß, in Trockenjahren schwach feinsäuerlich. Ab 5. Standjahr reicher Ertrag.
Blüte, Reife
Blüte mittelfrüh, kurz, relativ spätfrostsicher. Guter Pollenspender, braucht aber z.B. ‘Hedelfinger Riesenkirsche’ zur Befruchtung. Pflückreife 1. - 2 Juli-Woche.
Gesundheit
Wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Gelegentlich Spitzendürre bzw. Vertrocknen einzelner älterer Astpartien.
Verwendung
Frischverzehr, Konservierung.
Hedelfinger Riesenkirsche
Herkunft, Doppelnamen
Die Sorte ist ein Sämling unbekannter Herkunft, in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Hedelfingen bei Stuttgart entstanden. Doppelnamen Nußdorfer Schwarze, Wahler Kirsche.
Standort, Wuchs, Pflege
Sehr anpassungsfähige Sorte. Sowohl in warmen als auch kühlen Regionen. Bevorzugt frische Böden. Anfangs sehr starkwüchsig, später nachlassend. Hoch- bis breitkugelige Krone. Kaum Pflege erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße bis sehr große Frucht. Haut kräftig, hellrot, bei Vollreife braunrot. Fleisch fest, knackend, bräunlich-violett, mäßig saftig. Geschmack süßsäuerlich, herzhaft. Spät einsetzender Ertrag, dann hoch und regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte spät, kurz, geschlossene Blüte relativ spätfrostsicher. Guter Pollenspender. Geeignete Befruchtersorte ‘Schwarze Knorpel’. Pflückreife 1. bis 2. Juli-Woche.
Gesundheit
Wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Gelegentlich sterben an alten Bäumen vereinzelt Äste ab.
Verwendung
Frischverzehr.
Kordia
Herkunft, Doppelnamen
Als Zufallssämling Anfang der 60er Jahre in Nordböhmen gefunden.
Standort, Wuchs, Pflege
Anspruchslos an Boden und Klima, nicht für spätfrostgefährdete Lagen. Starker Wuchs mit breitausladender Krone.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Große herzförmige Frucht, sehr platzfest. Haut braunviolett, glänzend. Fleisch hart und knorpelig, mäßig saftig, sehr wohlschmeckend süßsäuerlich, aromatisch. Früher Ertrag, hoch und regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelspät, spätfrostgefährdet. Pflückreife 1. bis 2. Juliwoche.
Gesundheit
Sehr robust gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Frischverzehr, gute Konservenfrucht, sehr gut transportfähig.
Regina
Herkunft, Doppelnamen
Züchtung aus Hannover in Jork von 1977.
Standort, Wuchs, Pflege
Keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima, auch für kühlere Lagen. Mittelstarker Wuchs, steile Äste, hochrunde Krone.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Große breit-herzförmige Frucht. Haut dunkelbraunrot. Fleisch saftig-süß, aromatisch, platzt und fault kaum. Ertrag sehr früh, sehr hoch und regelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte sehr spät, frostsicher. Pflückreife 3. - 4. Juli-Woche.
Gesundheit
Sehr robust gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Frischverzehr, sehr gut transportfähig.
Teickners Schwarze
Herkunft, Doppelnamen
Ein Zufallssämling aus der Baumschule Wilhelm Teickner. Seit 1936 im Anbau.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt frische, nährstoffreiche Böden, warme geschützte Lagen. In anderen Lagen Abstriche bei der Fruchtgröße. Mittelstarker bis starker Wuchs, hochkugelige Krone. Gelegentlicher Rückschnitt erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroß bis groß, stumpf-herzförmig, gleichmäßig. Haut dünn, glänzend, braunviolett bis schwarzbraun. Fleisch braunviolett, weich, gallertartig, stark saftend, mäßig steinlösend. Süßsäuerlicher Geschmack, schwach aromatisch. Früher, hoher, sicherer Ertrag.
Blüte, Reife
Mittelfrühe, langanhaltende Blüte. Hervorragende Befruchtersorte. Pflückreife 3. bis 4. Juni-Woche.
Gesundheit
Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Frischverzehr und Konservierung.
Zwetschen, Renekloden, Mirabellen
Bühler Frühzwetsche:: Große Grüne Reneklode:: Hauszwetsche in Typen:: Nancy Mirabelle
Bühler Frühzwetsche
Herkunft, Doppelnamen
Zufallssämling, 1894 in Kappelwindeck bei Bühl in Baden gefunden. Doppelnamen Bühlertaler Frühzetsche.
Standort, Wuchs, Pflege
Braucht warme Lagen mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit. Kräftiger Wuchs mit steilen Leitästen, dichte Krone. Verlangt sorgfältigen Pflegeschnitt.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße, eirunde Frucht. Haut bei Vollreife intensiv blau, zuvor trübbraunviolett, feine rostartige Punkte. Fleisch grüngelblich, fest, saftig schwach knorpelig, bedingt steinlösend, süß, angenehme, erfrischende Säure. Ertrag mittelfrüh, sehr hoch, etwas unregelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte mittelspät, kurz, recht frostunempfindlich. Gute Befruchtersorte. Pflückreife Mitte August.
Gesundheit
Recht widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Relativ holzfrostfest.
Verwendung
Wertvolle Frühsorte zum Frischverzehr.
Große Grüne Reneklode
Herkunft, Doppelnamen
Sehr alte Sorte, vermutlich aus Armenien. Doppelnamen Große Reneklode, Reine Claude Doree, Reine Claude Abricot Vert, Zuckerpflaume u.v.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Braucht guten, kräftigen, ausreichend feuchten Boden, warme geschützte Lagen. Mittelstarker Wuchs, schräg aufwärts gerichtete Äste, später fast waagrecht, breitkugelige Krone.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße, kugelige Frucht. Haut grün bis gelblichgrün, einseitig schwach rötlich, schwach bereift. Fleisch gelblichgrün, fest, sehr saftreich, meist schlecht steinlösend, sehr süß, schwach säuerlich, edel gewürzt. Ertrag mittelfrüh, unterschiedlich, meist hoch.
Blüte, Reife
Blüte mittelspät, kurz, wenig frosthart. Gute Befruchtersorte, braucht aber Fremdbefruchtung z.B. mit Bühler Frühzwetsche. Pflückreife Ende August bis Mitte September.
Gesundheit
Anfällig für Rote Spinne, Pflaumenlaus, Pflaumenwickler und Scharkavirose. Wird gerne von Wespen benagt.
Verwendung
Ausgezeichnete Tafel- und Konservenfrucht. Sehr gut für Kompott, zum Dörren und für Marmeladen.
Hauszwetsche
Herkunft, Doppelnamen
Stammt aus dem Altaigebirge und Turkestan. Seit dem 2. Jahrhundert in Mitteleuropa. Heute selektierte Typen. Doppelnamen Deutsche Hauszwetsche, Bauernpflaume u.v.a.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt feuchte Böden und humusreiche Tallagen. In trockenen Lagen Früchte deutlich kleiner. Mittelstark wachsender Baum, meist pyramidale Krone, neigt im Alter zur Vergreisung. Regelmäßige Pflege erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Mittelgroße bis große Frucht. Haut braun- bis dunkelviolett, ledrig. Fleisch orangegelb bis dunkelgelb, mäßig saftig. Geschmack süßsäuerlich, leicht herb, kräftig aromatisch, feinwürzig. Früher, regelmäßiger Ertrag, bei mangelnder Pflege schwankend.
Blüte, Reife
Blüte spät, unempfindlich gegen tiefe Temperaturen, empfindlich gegen Nässe und Nebel. Pflückreife ab Anfang September.
Gesundheit
Anfällig für Scharkavirose. Bäume werden gerne von Roter Spinne und Plaumensägewespe befallen.
Verwendung
Frischverzehr, Backen, Konservierung.
Nancy Mirabelle
Herkunft, Doppelnamen
Ursprung unbekannt, wahrscheinlich aus Asien eingeführt. In Frankreich seit 1490 im Anbau. Doppelnamen Gelbe Mirabelle, Mirabelle la Grosse, Mirabelle Petite, Mirabelle Abricotee.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt genügend nährstoffreiche, feuchte, durchlässige Böden. Warme, geschützte Lagen. Mittelstarker bis starker Wuchs. Krone muss regelmäßig ausgelichtet und verjüngt werden.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Frucht klein bis mittelgroß. Haut goldgelb, sonnenseits bräunlich bis rot verwaschen, dicht punktiert, gelbbläulich bereift. Fleisch goldgelb bis rötlichgelb, fest mäßig saftig, sehr süß, gut gewürzt, gut steinlösend. Früher, regelmäßiger Ertrag, gute Fruchtbarkeit.
Blüte, Reife
Blüte mittelspät bis spät. Sehr gute Befruchtersorte, selbstbefruchtend. Pflückreife ab Mitte August.
Gesundheit
Wenig anfällig gegen Gummifluss. Relativ resistent gegen Scharkavirose.
Verwendung
Sehr gut für Konservierung geeignet, aber auch zum Dörren und Brennen.
Sonstige
Edel-Eberesche in Typen:: Speierling:: Walnuss (Sämling):: Walnuss (Veredelung Nr. 26)
Edel-Eberesche
Herkunft, Doppelnamen
1810 in Spornhau im Mähren (Tschechien) gefunden. Doppelnamen Essbare Eberesche, Mährische Eberesche.
Standort, Wuchs, Pflege
Anspruchslos, wächst auch noch auf nährstoffarmen, sauren Böden in rauen Lagen. Mittelstarker Wuchs, hochkugelige Krone. Kaum Pflege erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Fruchtdolden, Einzelfrüchte ca. 1cm, leuchtend rot. Fleisch bitterstofffrei, vitaminreich, besonders Vitamin C. Früh einsetzender, hoher Ertrag.
Blüte, Reife
Blüte Mai / Juni, spätfrostgefährdet. Gute Bienenweide. Pflückreife ab September.
Gesundheit
Keine Anfälligkeiten für Krankheiten und Schädlinge bekannt.
Verwendung
Herstellung von Saft und Geist, Marmelade.
Speierling
Herkunft, Doppelnamen
Nach der Eiszeit vermutlich aus Südfrankreich eingewandert. Doppelnamen Escheritzenbaum, Schmerbirne, Sperbaum, Sperber, Spierapfel, Spierbaum.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt kalkhaltige, nicht zu feuchte Böden, warme Lagen, gedeiht aber auch in Höhenlagen. Zunächst birnenförmiger, später breit ausladender, großkroniger, dekorativer und langlebiger Baum. Kaum Pflege erforderlich.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Fruchtdolden. Je nach Typ kleine apfel- oder birnenförmige Frucht, 2 - 4cm, grünbräunlich bis gelbrot, sonnenseits oft gerötet, bereift. Fleisch gerbstoffreich. Ertag hoch, etwas unregelmäßig.
Blüte, Reife
Gute Bienenweide. Pflückreife für Most noch unreif Anfang September, für Geist nach dem 1. Frost.
Gesundheit
Gegen Krankheiten und Schädlinge weitgehend resistent.
Verwendung
Mostbereitung und Verbesserung von Apfelwein. Herstellung von Geist.
Walnuss (Sämling)
Herkunft, Doppelnamen
Heimische Wildobstart. Stammt wahrscheinlich aus Vorder- und Mittelasien, dem Himalaja und China. Die Römer verbreiteten die Walnuss nördlich der Alpen.
Standort, Wuchs, Pflege
Bevorzugt milde Lagen, tiefgründige, ausreichend feuchte Böden. Starkwüchsiger großkroniger Baum. Nur anfangs Erziehungsschnitt notwendig.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Die Nuss ist der Steinkern, in dem der vierlappige Samen enthalten ist. Größe sehr unterschiedlich. Ertrag beginnt ab dem 12. bis 15. Standjahr, dann unregelmäßig.
Blüte, Reife
Blüte frostempfindlich. Pflückreife ab Mitte Oktober. Genussreife bis in die Sommermonate.
Gesundheit
Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.
Verwendung
Zum Backen, Frischverzehr.
Walnuss (Veredelung Nr. 26)
Herkunft, Doppelnamen
Sorte wurde in Geisenheim im Rahmen der Walnussselektion bearbeitet und unter der Zucht-Nr. 26 in den Handel gebracht.
Standort, Wuchs, Pflege
Verlangt tiefgründige Böden, winterfrostfreie, geschützte Lagen, insgesamt mildes Klima. Mittel- bis starkwüchsiger Baum. Geringer Pflegeaufwand.
Frucht, Geschmack, Ertrag
Nuss ist mittelgroß, umgekehrt eiförmig. Gut löslicher Kern, füllt die Schale völlig aus. Befriedigende bis gute Erträge.
Blüte, Reife
Blüte spät, nicht spätfrostgefährdet. Pflückreife ab Anfang Oktober. Genussreife bis in die Sommermonate.
Gesundheit
Etwas anfällig gegen pilzliche und bakterielle Krankheiten.
Verwendung
Zum Backen, Frischverzehr.
BEFRUCHTUNGSTABELLEN
Geeignete Pollenspender für Apfelsorten
| Nr. | Sorte | Blütezeit | Befruchtersorten |
| 1 | Bismarckapfel | mittelfrüh | Nr. 6, 14, 15 |
| 2 | Brettacher | spät | Nr. 3, 8, 23 |
| 3 | Champagner Renette | spät | Nr. 6, 8 |
| 4 | Erbachhofer Weinapfel | mittelspät | Nr. 8, 9 |
| 5 | Florina | mittelspät | Nr. 8 |
| 6 | Gelber Bellefleur | mittelfrüh | Nr. 8, 14, 15 |
| 7 | Gewürzluiken | spät | Nr. 3, 8, 23 |
| 8 | Goldparmäne | mittelspät | Nr. 3, 6, 15 |
| 9 | Goldrenette von Blenheim | mittelspät | Nr. 3, 6, 15 |
| 10 | Graue Französische Renette | mittelfrüh | Nr. 8 |
| 11 | Hilde | mittelfrüh | keine Angaben vorhanden |
| 12 | Himbacher Grüner | mittelspät | nicht untersucht |
| 13 | Jakob Fischer | früh | nicht untersucht |
| 14 | Kaiser Wilhelm | mittelfrüh | Nr. 6, 8, 15 |
| 15 | Landsberger Renette | mittelfrüh | Nr. 6, 8 |
| 16 | Lohrer Rambour | mittelspät | nicht untersucht |
| 17 | Pilot | mittelspät | Golden Delicious |
| 18 | Reichelsheimer Mostapfel | spät | keine Angaben vorhanden |
| 19 | Rheinische Schafsnase | mittelfrüh | nicht untersucht |
| 20 | Rheinischer Bohnapfel | mittelfrüh | Nr. 8 |
| 21 | Rheinischer Krummstiel | spät | keine Angaben vorhanden |
| 22 | Rheinischer Winterrambour | spät | Nr. 8 |
| 23 | Rote Sternrenette | spät | Nr. 25 |
| 24 | Roter Eiserapfel | spät | Nr. 8, 25 |
| 25 | Roter Trierer Weinapfel | spät | Nr. 8, 15, 24 |
| 26 | Schöner von Boskoop | früh | Nr. 6, 8, 15 |
| 27 | Winterzitronenapfel | mittelfrüh | keine Angaben vorhanden |
| 28 | Wöbers Rambour | mittelfrüh | keine Angaben vorhanden |
Weitere als Pollenspender geeignete Sorten
| Oldenburg | früh |
| Idared | mittelfrüh |
| James Grieve | mittelfrüh |
| Zuccalmaglio | mittelfrüh |
| Cox Orange | mittelspät |
| Golden Delicious | mittelspät |
| Jonathan | mittelspät |
| Ontario | mittelspät |
| Berlepsch | spät |
Geeignete Pollenspender für Birnen, Kirschen, Zwetschen
1. Birnen
| Nr. | Sorte | Blütezeit | Befruchtersorten |
| 1 | Alexander Lucas | mittelfrüh | Nr. 2, 3, 4, ,9 |
| 2 | Bosc's Flaschenbirne | spät | Nr. 3, 8, 9 |
| 3 | Clapp's Liebling | mittelspät | Nr. 2, 4, 5, 8, 9 |
| 4 | Gellert's Butterbirne | mittelspät | Nr. 3, 8, 9 |
| 5 | Gräfin von Paris | früh | Nr. 2, 3, 4, 8, 9 |
| 6 | Gute Graue | mittelfrüh | Nr. 3, 4, 5, 8, 9 |
| 7 | Highland | spät | Conference, Williams |
| 8 | Köstliche von Charneu | mittelfrüh | Nr. 2, 4, 5 |
| 9 | Madame Verté | mittelspät | Nr. 2, 4, 5, 8, |
| 10 | Mollebusch | mittelfrüh | nicht untersucht |
| 11 | Oberösterreichische Weinbirne | mittelspät | Nr. 3, 4, 8 |
| 12 | Pastorenbirne | mittelfrüh | Nr. 3, 4, 8 |
2. Kirschen
| Nr. | Sorte | Blütezeit | Befruchtersorte |
| 1 | Burlat | mittelfrüh | Nr. 3, 5 |
| 2 | Frühe Rote Meckenheimer | früh | Nr. 3, 5 |
| 3 | Große Prinzessin | mittelfrüh | Nr. 5 |
| 4 | Große Schwarze Knorpelkirsche | mittelfrüh | Nr. 3, 5 |
| 5 | Hedelfinger Riesenkirsche | spät | Schneiders Späte Knorpel |
| 6 | Kordia | mittelspät | Nr. 5 |
| 7 | Regina | sehr spät | Schneiders Späte Knorpel |
| 8 | Teickners Schwarze Herzkirsche | mittelfrüh | Werdersche Braune |
3. Zwetschen, Reneklkoden, Mirabellen
| Nr. | Sorte | Blütezeit | Befruchtersorte |
| 1 | Bühler Frühzwetsche | mittelspät | selbstfruchtbar |
| 2 | Große Grüne Reneklode | mittelspät | Nr. 1, 3, 4 |
| 3 | Hauszwetsche | spät | selbstfruchtbar |
| 4 | Nancy Mirabelle | mittelspät | selbstfruchtbar |
Weitere als Pollenspender geeignete Sorten
Birnen
| Gute Luise | mittelspät |
| Conference | mittelfrüh |
| Nordhäuser Winterforelle | mittelfrüh |
| Vereinsdechantsbirne | mittelspät |
| Williams Christbirne | mittelspät |
Kirschen
| Büttners Rote Knorpelkirsche | mittelfrüh |
| Schneiders Späte Knorpelkirsche | mittelspät |
Pflanzgrube, Pflanzung
Für eine gute Entwicklung der Obstbäume ist die Größe der Pflanzgrube von besonderer Bedeutung. Soll der Baum nicht über Jahre hinweg kümmern, muss die Pflanzgrube 80 x 80 cm breit und 50 cm tief ausgehoben werden. Besonders bei stark tonhaltigen Böden sollte die Pflanzgrube etwas größer ausfallen. Stark wurzelnde Gehölze wie Birne und Walnuss brauchen tiefere Pflanzgruben; die Wurzeln müssen ausreichend Platz haben. Beschädigte oder vertrocknete Baumwurzeln werden vor dem Pflanzen glatt bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten.
Jeder junge Obstbaum braucht in den ersten 5 Jahren einen Baumpfahl zur Standsicherung. Dieser wird auf der Westseite des Baumes ca. 50 cm in den Boden eingeschlagen und darf nicht in die Baumkrone hineinragen, um Beschädigungen der Äste zu vermeiden. Mit einem Kokosstrick oder dauerelastischem Band wird der Baum kurz unterhalb des Kronenansatzes fest angebunden Bei Wühlmausgefahr kann man die Wurzeln mit einem engmaschigen Draht schützen.
Danach Erde einfüllen und fest andrücken. Besonders wichtig ist das Anlegen einer ausreichend großen Gießmulde und das durchdringende Wässern des Obstbaumes (10 Liter je Baum).
Abschließend erhält der Baum zum Schutz gegen Wildverbiss eine Drahthose. Auf Viehweiden empfiehlt sich ein zusätzlicher Schutz aus drei weiteren Pfählen, um die Stacheldraht bis in den Kronenbereich befestigt werden muss.
Erziehungs-, Erhaltungsschnitt
Nach der Pflanzung darf der Pflanzschnitt nicht vergessen werden. Dieser erfolgt auch bei Herbstpflanzung erst im Frühjahr. Der Pflanzschnitt ist für die Entwicklung des Kronenaufbaues und die Stabilität des Baumes entscheidend. Die Krone wird mit einem Mitteltrieb und 3 - 4 daran verteilten Seitentrieben aufgebaut, die etwa auf die Hälfte und auf eine Ebene (Saftwaage) eingekürzt werden.
Bis zum 10. Standjahr sollte der junge Baum etwa alle 2 Jahre geschnitten werden, um Fehlentwicklungen zu korrigieren. Dazu werden außer dem Mitteltrieb und den 3 - 4 Leitästen alle überzähligen Zweige entfernt, zu steile Zweige schräg, zu flache hochgebunden (Winkel ca. 45 Grad) und auf Saftwaage geschnitten. Bei jungen Bäumen im Grasland sollten die Baumscheiben erhalten bleiben, eine Aufbaudüngung ist nur nach einem entsprechenden Bodenbefund erforderlich.
Im Ertragsalter beschränkt sich der Schnitt auf das Auslichten und Entfernen zu dicht stehender oder kranker Äste alle 2 - 3 Jahre im Winter bei frostfreier Witterung. Bei größeren Schnittstellen ist sorgfältiges Nachschneiden und Wundverstrich erforderlich.
In Streuobstwiesen hat der vorbeugende Pflanzenschutz Vorrang. Dazu gehören Nistkästen für Vögel, Anlegen von Leimringen zur Frostspannerbekämpfung und vieles mehr. Zur Verhütung von Frostschäden an Obstbäumen in sehr sonnigen Lagen schützt ein Anstrich mit Kalkmilch.
Staatliche Einrichtungen
Die staatlichen Stellen beraten ausführlich über Eigenschaften der einzelnen Streuobstsorten und helfen bei Fragen zu Pflanzenkrankheiten.
Landesbetrieb Landwirtschaft
- Gartenbauberatungsschwerpunkt -
Mainzer Straße 17
65185 Wiesbaden
Ansprechpartner
Herr Trapp
Telefon ( 0 611) 3 92 36 13
oder
Herr Völkel
Telefon ( 0 611) 3 92 36 41
Landesbetrieb Landwirtschaft
- Pflanzenschutz -
Scheffelstraße 11
64385 Reichelsheim
Ansprechpartner Herr Grasmück
Telefon ( 0 61 64) 5 05 31
Hessische Gartenakademie
Geisenheim (ehemals Institut für Obstbau)
Von-Lade-Straße 1
65366 Geisenheim
Ansprechpartner Herr Dr. Brühl
Telefon ( 0 67 22) 50 28 61
Obst- und Gartenbauvereine
Die 13 Obst- und Gartenbauvereine im Odenwaldkreis erteilen gerne allgemeine Auskünfte zu den einzelnen Sorten. Sie beraten ferner bezüglich der Pflege von Streuobstbäumen. Stellvertretend seien hier für 4 Regionen des Kreises folgende Ansprechpartner genannt, die fachkundige Berater vor Ort vermitteln können
Obst- und Gartenbauverein Erbach
Berliner Straße 1a
64711 Erbach
Ansprechpartner Herr Bauer
Telefon ( 0 60 62) 91 97 61
Obst- und Gartenbauverein Fr.-Crumbach
Lessingstraße 6
64407 Fränkisch-Crumbach
Ansprechpartner Herr Schulz
Telefon ( 0 61 64) 27 56
Obst- und Gartenbauverein Rothenberg
Hauptstraße 13
64757 Rothenberg
Ansprechpartner Herr Schwab
Telefon ( 0 62 75) 707
Obst- und Gartenbauverein Sandbach
Ernst-Ludwig-Straße 17
64747 Breuberg
Ansprechpartner Herr Speckardt
Telefon ( 0 61 63) 35 73
VERWENDETE LITERATUR
AUSWERTUNGS- UND INFORMATIONSDIENST FÜR ERNÄHRUNG; LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN e.V., Streuobstwiesen schützen, Bonn 1995
AUSWERTUNGS- UND INFORMATIONSDIENST FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN e.V., Streuobstwiesen schützen, Bonn 1996
BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR LANDESENTWICKLUNG UND UMWELTFRAGEN, Lebensraum Streuobstbestand, 1. Auflage, München 1988
BUCHTER-WEISBRODT, Helga, Obst, die besten Sorten für den Garten, Eugen Ulmer Verlag Stuttgart 1993
DEUTSCHER OBSTBAU, Fachzeitschrift, Frankfurt/Oder, 1940
FORSCHUNGSANSTALT GEISENHEIM, Prüfung ökologisch angepaßter Tafel-, Most- und Extensivapfelsorten, Geisenheim 1994
FISCHER, Manfred Farbatlas Obstsorten, Ulmer Verlag, Stuttgart 1995
GÖTZ, Gerhard und SILBEREISEN, Robert, Obstsortenatlas, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 1989
HESSISCHES LANDESAMT FÜR REGIONALENTWICKLUNG UND LANDWIRTSCHAFT, Empfehlungen für resistente, tolerante und robuste Obstsorten, Wetzlar 1994
HESSISCHES LANDESAMT FÜR REGIONALENTWICKLUNG UND LANDWIRTSCHAFT, Obstsorten für Hessen, Kassel 1989
HESSISCHES MINISTERIUM FÜR LANDWIRTSCHAFT, FORSTEN UND NATURSCHUTZ, Streuobstbau, 3. Auflage, Wiesbaden 1990
LUKAS, OBERDIECK, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, Ulmer Verlag Stuttgart 1875
MINISTERIUM FÜR UMWELT; RAUMORDNUNG UND LANDWIRTSCHAFT, Schützt die Obstwiesen, 2. Auflage, Düsseldorf 1992
PETZOLD, Herbert, Apfelsorten, Neumann Verlag, Radebeul 1990
PETZOLD, Herbert, Birnensorten, Neumann-Neudamm Verlag, Melsungen 1989
RHÖNER APFELINITIATIVE e.V., Rhöner Streuobstprojekt, Burghaun 1997
OBSTSORTIMENT FÜR DIE PROVINZ STARKENBURG, Arbeiten der Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen, Heft Nr. 19, Darmstadt 1915
VOTTELER, Willi, Verzeichnis der Apfel- und Birnensorten, Obst- und Gartenbauverlag, München 1986
Herausgeber
DER KREISAUSSCHUSS
Amt für den ländlichen Raum (ALR)
Scheffelstraße 11
64385 Reichelsheim
Bearbeitung und Gestaltung
Hans Vogler, ALR Reichelsheim
Fachliche Beratung
Arbeitskreis "Streuobst" beim ALR Reichelsheim
Dr. Norbert Clement, ALR Marburg
Druck
Eigendruck
Weitere Informationen
ALR Reichelsheim
Hans Vogler
Telefon ( 0 61 64) 505-56
Reichelsheim, August 2005